Smartphone einrichten – Anleitung für Menschen ab 60 KI-generiertes Bild
Das neue Smartphone liegt ausgepackt auf dem Tisch, der Bildschirm ist noch schwarz, und schon kommt die erste Frage: Wo fange ich überhaupt an? Das Gerät stellt Ihnen beim ersten Start eine ganze Reihe von Fragen - manche wichtig, manche können Sie getrost überspringen. Dieser Ratgeber nimmt Sie an die Hand und geht jeden dieser Schritte in Ruhe mit Ihnen durch, damit am Ende ein Smartphone dasteht, das wirklich zu Ihnen passt.
Tipp vorab

Die Einrichtung dauert je nach Tempo etwa 20 bis 45 Minuten. Setzen Sie sich an einen ruhigen Ort, halten Sie Ladekabel, WLAN-Passwort und eventuell Ihr altes Smartphone bereit.

Tipp: Probleme mit dem Klingelton? Lesen Sie auch unseren Ratgeber „Handy klingelt nicht – was tun?“ .

Vor der Einrichtung: Diese Dinge brauchen Sie

Vielleicht kennen Sie das: Man will endlich loslegen, und dann fehlt genau die eine Information, die man gerade jetzt bräuchte. Das WLAN-Passwort liegt irgendwo auf einem Zettel in der Schublade, oder man ist sich nicht mehr sicher, welche E-Mail-Adresse man eigentlich noch benutzt. Damit Ihnen das nicht passiert, lohnt sich ein kurzer Blick auf die folgende Liste, bevor Sie Ihr neues Gerät überhaupt einschalten.

Keine Sorge, es sind nur vier Dinge, und die meisten davon haben Sie ohnehin schon zur Hand:

📶
WLAN-Passwort Meist auf der Rückseite Ihres WLAN-Routers oder auf einem Zettel vom Anbieter. Falls Sie es nicht finden, hilft der Ratgeber WLAN-Passwort finden weiter.
📧
E-Mail-Adresse Für Google-Konto oder Apple-ID. Auch web.de, GMX oder T-Online sind möglich.
📱
SIM-Karte Damit Sie telefonieren und unterwegs mobile Daten nutzen können.
🔌
Ladekabel Falls der Akku während der Einrichtung fast leer ist.
Praktisch: Legen Sie Stift und Zettel bereit, um wichtige Zugangsdaten sicher zu notieren. Bewahren Sie diesen Zettel danach an einem geschützten Ort auf, nicht direkt neben dem Smartphone.
Wechseln Sie von einem älteren Smartphone?

Halten Sie Ihr altes Handy bereit. Viele neue Smartphones bieten beim ersten Start eine automatische Übertragungsfunktion an. So können Fotos, Kontakte und Nachrichten übernommen werden.

Noch kein passendes Smartphone?

Falls Sie noch ein einsteigerfreundliches Gerät suchen: Senioren-Smartphones haben oft größere Tasten, eine einfache Bedienoberfläche und eine Notruftaste. Einen Überblick gibt der Ratgeber Smartphones für Senioren.

emporiaME.7 Senioren-Smartphone Symbolbild

Empfehlung

emporiaME.7 Senioren-Smartphone

Einsteigerfreundliches Smartphone mit großer Anzeige, klarer Bedienung und Notruftaste - geeignet für Menschen, die ein einfaches Gerät suchen.

* Affiliate-Link - ich erhalte eine kleine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Zum Angebot →

Schritt 1: Smartphone einschalten

1
📲

So schalten Sie Ihr Smartphone ein

Halten Sie die An-/Aus-Taste für etwa drei Sekunden gedrückt. Sie befindet sich meist an der rechten Seitenkante. Nach kurzer Zeit erscheint das Logo des Herstellers, und der eigentliche Einrichtungsvorgang beginnt.

Wenn nichts passiert, ist der Akku möglicherweise leer. Schließen Sie das Ladekabel an und versuchen Sie es nach einigen Minuten erneut.

Schritt 2: Sprache und Region wählen

2
🇩🇪

Deutsch als Sprache einstellen

Als Erstes fragt das Smartphone nach der Sprache. Tippen Sie auf „Deutsch" und bestätigen Sie. Anschließend wählen Sie Ihr Land, zum Beispiel „Deutschland". Diese Einstellung können Sie später jederzeit ändern, falls Sie sich einmal vertippen.

Schritt 3: Mit WLAN verbinden

3
📶

WLAN-Verbindung einrichten

Wählen Sie aus der angezeigten Liste den Namen Ihres WLAN-Netzwerks. Diesen Namen finden Sie oft auf einem kleinen Aufkleber an Ihrem Router - meist steht dort auch gleich das Passwort daneben. Geben Sie das Passwort ein und tippen Sie auf „Verbinden".

Achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung, das ist eine häufige Fehlerquelle. Sobald die Verbindung steht, sehen Sie oben in der Leiste das WLAN-Symbol. Mehr zum Router selbst erklärt der Ratgeber Was ist ein WLAN-Router?.

Kein WLAN zur Hand?

Sie können diesen Schritt auch überspringen. Die Einrichtung läuft dann über das Mobilfunknetz, verbraucht aber mehr Datenvolumen.

Schritt 4: Google- oder Apple-Konto anmelden

4
🔑

Mit Ihrem Konto anmelden

Bei Android benötigen Sie ein Google-Konto, beim iPhone eine Apple-ID. Dieses Konto ist so etwas wie Ihr digitaler Schlüsselbund: Über dieses eine Konto laufen später Ihre Apps, Ihre Fotos und Ihre Kontakte. Es lohnt sich also, hier in Ruhe vorzugehen statt schnell irgendetwas einzutippen.

Haben Sie bereits ein Konto, geben Sie E-Mail-Adresse und Passwort ein. Falls noch nicht: Tippen Sie auf „Konto erstellen" und folgen Sie den Schritten. Das Gerät fragt dabei auch nach einem neuen Passwort - überlegen Sie sich eines, das Sie sich merken können, aber das nicht zu einfach zu erraten ist. Wie das gelingt, erklärt der Ratgeber Sichere Passwörter erstellen.

Notieren Sie sich E-Mail-Adresse und Passwort auf dem Zettel, den Sie sich vorhin bereitgelegt haben. Das ist keine überflüssige Vorsicht: Ohne diese Zugangsdaten kommen Sie später nur schwer wieder an Ihr Konto, etwa wenn Sie einmal ein neues Gerät kaufen.

Gut zu wissen

Für ein Google-Konto brauchen Sie nicht zwingend eine Gmail-Adresse. Sie können auch eine vorhandene Adresse bei web.de, GMX, T-Online oder einem anderen Anbieter verwenden.

Wichtig: Bewahren Sie Ihre Passwörter sicher auf. Ohne diese Zugangsdaten kommen Sie später möglicherweise nicht mehr an Ihr Konto.

Schritt 5: Bildschirmsperre einrichten

5
🔒

Schutz vor unbefugtem Zugriff

Stellen Sie sich kurz vor, Sie lassen Ihr Smartphone im Café auf dem Tisch liegen, während Sie kurz zur Toilette gehen. Ohne Bildschirmsperre könnte in dieser kurzen Zeit jeder Ihre Nachrichten lesen oder in Ihrem Namen etwas verschicken. Genau davor schützt Sie dieser Schritt.

Sie haben dabei mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

  • PIN - meist 4 bis 6 Ziffern
  • Muster - eine Linie über Punkte, die Sie mit dem Finger zeichnen
  • Fingerabdruck - bei moderneren Geräten
  • Gesichtserkennung - bei iPhones und vielen Android-Geräten

Eine PIN ist für viele Einsteiger die einfachste und zuverlässigste Wahl. Vermeiden Sie dabei sehr einfache Zahlenfolgen wie 1234 oder Ihr Geburtsdatum - das sind die ersten Kombinationen, die jemand ausprobieren würde. Mehr dazu, wie Sie sich ein wirklich sicheres, aber trotzdem merkbares Passwort überlegen, lesen Sie in Sichere Passwörter erstellen.

Sichtfenster-Lederhülle für emporiaME.7 Symbolbild

Empfehlung

Sichtfenster-Lederhülle für emporiaME.7

Eine Schutzhülle schützt vor Kratzern und Stürzen. Diese Variante ist für das Emporia.ME 7 geeignet.

* Affiliate-Link - ich erhalte eine kleine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Zum Angebot →

Schritt 6: Standortdienste einstellen

6
📍

Soll Ihr Smartphone Ihren Standort kennen?

Das Smartphone fragt, ob es Ihren Standort nutzen darf. Das klingt zunächst nach einem Datenschutz-Thema, ist aber vor allem praktisch: Ohne Standort funktioniert weder die Navigation zuverlässig noch zeigt die Wetter-App das Wetter für Ihren Wohnort an.

Mein Rat: Aktivieren Sie die Standortdienste zunächst. Später können Sie bei jeder App einzeln festlegen, ob diese den Standort verwenden darf - dazu mehr im Ratgeber Datenschutz-Einstellungen nutzen.

Schritt 7: Datensicherung einrichten

7
☁️

So sind Ihre Daten besser geschützt

Ein Smartphone kann herunterfallen, verloren gehen oder einfach nach Jahren den Dienst versagen. Ärgerlich ist das vor allem dann, wenn mit dem Gerät auch Hunderte Fotos oder alle gespeicherten Kontakte verschwinden. Genau das verhindert die automatische Datensicherung, auch Backup genannt.

Ist sie aktiviert, werden Fotos, Kontakte und Einstellungen regelmäßig auf einem Online-Speicher abgelegt. Sollte Ihr Smartphone tatsächlich einmal verloren gehen, lässt sich auf einem neuen Gerät fast alles wiederherstellen, einfach indem Sie sich mit Ihrem Konto anmelden. Die Sicherung läuft dabei meist automatisch im Hintergrund, Sie müssen sich also nach dem einmaligen Einrichten nicht mehr darum kümmern.

Schritt 8: Schriftgröße anpassen

8
🔍

Für bessere Lesbarkeit

Die Standard-Schriftgröße ist auf den meisten Smartphones erstaunlich klein eingestellt - vermutlich, weil möglichst viel Text auf den Bildschirm passen soll. Für Sie zählt aber vor allem eines: dass Sie alles gut lesen können, ohne die Augen zusammenzukneifen.

Gehen Sie dafür in die EinstellungenAnzeigeSchriftgröße und schieben Sie den Regler nach rechts, bis die Schrift angenehm zu lesen ist. Eine ausführliche Anleitung mit Bildern für verschiedene Geräte finden Sie im Ratgeber Schriftgröße auf Smartphone und Tablet anpassen.

Schritt 9: Wichtige Apps installieren

9
📦

Welche Apps brauchen Sie zum Start?

Öffnen Sie den Play Store bei Android oder den App Store beim iPhone. Sie müssen jetzt nicht gleich alles installieren, was Ihnen begegnet - für den Anfang reichen ein paar wenige, wirklich nützliche Apps:

  • WhatsApp - um mit Familie und Freunden zu schreiben. Eine Einführung gibt der Ratgeber Was ist WhatsApp?, die eigentliche Installation erklärt WhatsApp installieren.
  • Wetter-App - meist bereits vorinstalliert
  • DB Navigator - für Fahrpläne und Fahrkarten
  • App Ihrer Bank - für Online-Banking

Eine größere Übersicht mit weiteren empfehlenswerten Apps finden Sie im Ratgeber Die besten Apps für Senioren.

E-Mails auf dem Smartphone

Auf Android-Smartphones ist Gmail oft vorinstalliert. Damit können Sie nicht nur Google-Mails lesen, sondern auch andere E-Mail-Konten einbinden, zum Beispiel web.de, GMX oder T-Online.

Schritt 10: Notfallkontakte hinterlegen

10
🚨

Hilfe im Notfall

Stürzt jemand oder wird plötzlich bewusstlos, zählt oft jede Minute. Rettungskräfte oder aufmerksame Passanten können auf vielen Smartphones die Notfallkontakte einsehen, ohne das Gerät entsperren zu müssen - ein gesperrter Bildschirm zeigt dafür trotzdem eine SOS-Funktion an.

Hinterlegen Sie deshalb eine oder mehrere Personen, die im Ernstfall erreicht werden können. Die Funktion finden Sie meist unter Einstellungen → Notfall oder SOS. Dort lassen sich auch wichtige medizinische Informationen eintragen, etwa Allergien oder Medikamente, die Sie regelmäßig nehmen.

Profi-Tipp: Sie müssen nicht alles perfekt machen. Fast alle Einstellungen lassen sich später ändern. Wichtig ist, dass Sie sich nicht überfordern lassen.

Häufige Fragen rund um die Smartphone-Einrichtung

Bei Google und Apple gibt es eine „Passwort vergessen"-Funktion. Sie bekommen einen Link an Ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, mit dem Sie ein neues Passwort vergeben können. Notieren Sie das neue Passwort anschließend sicher.
Für ein Android-Smartphone ja. Ohne Google-Konto können Sie keine Apps aus dem Play Store laden. Das Konto ist kostenlos und kann auch mit Ihrer bestehenden E-Mail-Adresse erstellt werden.
Ja. Fast alle Einstellungen lassen sich später in der App „Einstellungen" anpassen. Lassen Sie sich bei der Ersteinrichtung also nicht stressen.
Mit einer Bildschirmsperre, regelmäßigen Updates und aktivierter Datensicherung ist Ihr Smartphone gut geschützt. Installieren Sie Apps nur aus dem offiziellen App Store oder Play Store.
Die meisten Smartphones bieten beim ersten Start eine automatische Übertragungsfunktion an. Halten Sie dafür Ihr altes Gerät bereit. Kontakte und Fotos können häufig direkt übernommen werden.

Sie haben es geschafft!

Ihr Smartphone ist nun einsatzbereit. Nehmen Sie sich die nächsten Tage Zeit, das Gerät in Ruhe kennenzulernen. Mit jedem Tag werden Sie sicherer, und irgendwann werden Sie sich fragen, wie Sie vorher ohne Ihren neuen Begleiter zurechtgekommen sind.

Wie geht es jetzt weiter?

  1. Was ist WhatsApp? - Die Nachrichten-App einfach erklärt
  2. WhatsApp installieren - Schritt für Schritt auf Android und iPhone
  3. WLAN-Passwort finden - So verbinden Sie Ihr Smartphone mit dem WLAN
  4. Die besten Apps für Senioren - Nützliche Helfer für den Alltag
  5. Sicher im Internet - Wichtige Grundlagen für Einsteiger
FD
Friedhelm Deussner Autor & Gründer, Digital ab 60

Ich helfe Menschen ab 60, sicher und selbstständig mit digitalen Geräten umzugehen. Auf Digital ab 60 erkläre ich Technik verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch.