Cookies einfach erklärt
Kaum ist eine Internetseite geöffnet, erscheint schon das nächste Fenster mit der Frage nach Cookies. Hier erfahren Sie in Ruhe, was dahintersteckt und worauf Sie beim Klicken achten sollten.
Frau Berger wollte eigentlich nur ein Rezept für Apfelkuchen nachlesen. Kaum war die Seite geöffnet, legte sich ein graues Fenster über den ganzen Bildschirm: „Diese Website verwendet Cookies.“ Darunter ein bunter Knopf mit „Alle akzeptieren“, daneben ein kleinerer, grauerer Knopf mit „Einstellungen“. Sie klickte auf den bunten Knopf, weil sie einfach nur zu ihrem Kuchenrezept wollte. So geht es sehr vielen Menschen, fast täglich, auf fast jeder Internetseite.
Dieses Cookie-Fenster ist inzwischen so allgegenwärtig, dass man es kaum noch bewusst wahrnimmt. Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick, denn hinter dem Wort „Cookie“ verbirgt sich etwas ganz Konkretes. Dieser Beitrag erklärt, was Cookies wirklich sind, warum die Hinweise überhaupt erscheinen und wie Sie in Ruhe entscheiden können, was Sie anklicken.
Cookies sind nicht automatisch gefährlich. Manche sind für die Funktion einer Website nötig, andere dienen nur der Werbung. Ein kurzer Blick auf die Auswahl lohnt sich trotzdem.
Warum ständig Cookie-Fenster erscheinen
Der Grund für diese Fenster liegt im Datenschutzrecht. Seit einigen Jahren müssen Websites in der Europäischen Union vorher fragen, bevor sie bestimmte Cookies auf einem Gerät speichern dürfen. Diese Regel soll Nutzerinnen und Nutzer schützen und ihnen mehr Kontrolle darüber geben, welche Daten eine Website sammelt.
Deshalb begrüßt Sie heute fast jede Seite mit einem solchen Fenster, egal ob es sich um eine große Nachrichtenseite, einen kleinen Blog oder einen Online-Shop handelt. Manche Betreiber gestalten den Hinweis knapp und übersichtlich, andere packen ihn in mehrere Untermenüs mit vielen Schaltern. Das macht die Entscheidung für Nutzer oft unnötig kompliziert.
Herr Wagner ärgert sich regelmäßig darüber. Er liest gern Nachrichten am Vormittag bei einer Tasse Kaffee, und auf manchen Seiten muss er sich erst durch drei oder vier Untermenüs klicken, bevor er überhaupt die Schlagzeilen sieht. Das ist zwar lästig, hat aber seinen Sinn: Die Seite fragt nach, weil sie es rechtlich muss, nicht weil sie ihn ärgern will.
Was sind Cookies?
Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die eine Website auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone ablegt. Darin stehen keine langen Berichte, sondern nur wenige Informationen, oft nicht mehr als ein paar Zeichen oder Zahlen. Trotzdem können diese kleinen Dateien einiges bewirken.
Mit einem Cookie kann eine Website sich zum Beispiel merken, dass Sie bereits eingeloggt sind, welche Sprache Sie eingestellt haben oder was zuletzt in Ihrem Warenkorb lag. Ohne diese kleinen Merkzettel müssten Sie sich bei jedem Klick neu anmelden und jede Einstellung erneut vornehmen.
Nicht jedes Cookie hat denselben Zweck. Manche sind für die technische Funktion einer Seite notwendig, andere zählen im Hintergrund, wie viele Besucher eine Seite hat, wieder andere merken sich Ihr Verhalten, um Ihnen passende Werbung zu zeigen. Genau diese Unterschiede erklären die nächsten Abschnitte.
Ein Cookie ist wie ein kleiner Notizzettel, den die Website in Ihrer Tasche lässt. Beim nächsten Besuch greift die Seite auf diesen Zettel zurück und weiß dadurch, wer Sie sind oder was Sie zuletzt getan haben.
Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen in einem Online-Shop einen Wintermantel und legen ihn in den Warenkorb. Dann werden Sie abgelenkt, das Telefon klingelt, und Sie schließen die Seite. Zwei Stunden später öffnen Sie den Shop erneut, und der Mantel liegt immer noch im Warenkorb. Genau das ermöglicht ein Cookie: Der Shop hat sich gemerkt, was Sie ausgewählt hatten.
Ein ähnliches Beispiel: Wenn Sie sich einmal bei Ihrem E-Mail-Postfach anmelden und das Häkchen bei „Angemeldet bleiben“ setzen, sorgt ebenfalls ein Cookie dafür, dass Sie beim nächsten Aufruf nicht erneut Benutzername und Passwort eingeben müssen. Das ist bequem und in diesem Fall auch unproblematisch, solange Sie einen eigenen Computer nutzen.
Anders sieht es aus, wenn Sie auf einem geteilten oder öffentlichen Computer surfen, etwa in der Bücherei. Dort sollte man sich nach der Nutzung immer abmelden, damit das Cookie nicht die nächste Person automatisch anmeldet.
Notwendige Cookies
Notwendige Cookies, manchmal auch technisch notwendige oder essenzielle Cookies genannt, sorgen dafür, dass eine Website überhaupt richtig funktioniert. Sie merken sich zum Beispiel, dass Sie in einem Formular schon etwas eingegeben haben, dass ein Warenkorb gefüllt ist, oder dass Sie sich für „Nur notwendige Cookies“ entschieden haben.
Diese Art von Cookies lässt sich in der Regel nicht abwählen, denn ohne sie würde die Seite gar nicht richtig laufen. Rechtlich benötigt eine Website dafür auch keine ausdrückliche Zustimmung, weil sie für den Betrieb unverzichtbar sind. Wenn Sie also im Cookie-Fenster nur diese Kategorie auswählen, funktioniert die Seite trotzdem, nur ohne die zusätzlichen Auswertungen im Hintergrund.
Notwendige Cookies sind vergleichbar mit dem Gedächtnis einer Verkäuferin, die sich während eines Gesprächs merkt, was Sie gerade in den Einkaufskorb gelegt haben. Ohne dieses kurze Gedächtnis würde jeder Handgriff von vorn beginnen.
Statistik- und Werbe-Cookies
Neben den notwendigen Cookies gibt es zwei weitere große Gruppen. Statistik-Cookies, oft auch Analyse-Cookies genannt, zählen im Hintergrund, wie viele Menschen eine Seite besuchen, welche Unterseiten beliebt sind oder wie lange jemand auf einer Seite bleibt. Die Betreiber sehen dabei in der Regel keine Namen, sondern nur anonyme Zahlen und Muster.
Werbe-Cookies gehen einen Schritt weiter. Sie merken sich, für welche Themen Sie sich interessieren, indem sie beobachten, welche Seiten Sie besuchen. So kann es passieren, dass Sie sich abends nach Wanderschuhen umgeschaut haben und am nächsten Tag auf einer ganz anderen Seite plötzlich Werbung für genau solche Schuhe sehen. Das wirkt für viele Menschen zunächst unheimlich, hat aber technisch damit zu tun, dass Werbenetzwerke Cookies über mehrere Websites hinweg auslesen können.
Frau Berger erlebte genau das: Nach der Suche nach einem neuen Staubsauger tauchte tagelang Staubsauger-Werbung auf verschiedenen Seiten auf. Sie war zunächst irritiert, verstand danach aber, dass keine geheime Überwachung dahintersteckte, sondern ein Werbe-Cookie, das sie beim ersten Besuch nicht abgelehnt hatte.
Was bedeutet „Alle akzeptieren“?
Wenn Sie auf „Alle akzeptieren“ klicken, erlauben Sie der Website, sowohl notwendige als auch Statistik- und Werbe-Cookies zu setzen. Das ist der schnellste Weg, um das Fenster loszuwerden, und für viele Menschen deshalb die naheliegendste Wahl im Alltag.
Ganz falsch ist das nicht, denn viele Websites arbeiten seriös mit den gesammelten Daten. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Moment des Nachdenkens, besonders bei Seiten, die Sie nur einmal besuchen oder deren Vertrauenswürdigkeit Sie nicht einschätzen können. Wer „Alle akzeptieren“ anklickt, erlaubt im Zweifel auch, dass das eigene Verhalten über mehrere Seiten hinweg nachvollzogen werden kann.
Was bedeutet „Nur notwendige Cookies“?
Die Alternative dazu heißt meist „Nur notwendige Cookies“, manchmal auch „Ablehnen“ oder „Auswahl bestätigen“ nach einem Blick in die Einstellungen. Damit erlauben Sie der Website nur das, was für den technischen Betrieb wirklich nötig ist. Statistik und Werbung bleiben außen vor.
Die Seite funktioniert dabei genauso gut, Sie können lesen, klicken und einkaufen wie gewohnt. Der einzige Unterschied: Die Website erfährt weniger über Ihr Verhalten, und Sie sehen möglicherweise weniger personalisierte Werbung. Diese Option ist bei vielen Cookie-Fenstern etwas versteckter platziert, als kleinerer Knopf oder unter einem Menüpunkt namens „Einstellungen“ oder „Individuell festlegen“.
Wenn Sie es eilig haben, reicht bei den meisten Cookie-Fenstern ein Blick auf die Knopfbeschriftung. Suchen Sie nach Wörtern wie „Nur notwendige“, „Ablehnen“ oder „Ohne Zustimmung fortfahren“, wenn Sie sich für die zurückhaltendere Variante entscheiden möchten.
Cookies löschen – wann sinnvoll?
Mit der Zeit sammeln sich im Browser viele kleine Cookie-Dateien an, von unzähligen Websites, die man vielleicht nur einmal besucht hat. Ein gelegentliches Aufräumen schadet nicht, ist aber auch keine Pflicht. Sinnvoll ist das Löschen zum Beispiel, wenn der Browser langsamer wirkt, wenn Sie ein Gerät verkaufen oder weitergeben, oder wenn Sie einfach wieder mit einer „sauberen“ Ausgangslage starten möchten.
Nach dem Löschen müssen Sie sich bei manchen Seiten neu anmelden, und einige Cookie-Fenster erscheinen erneut, weil die Website Ihre vorherige Auswahl vergessen hat. Das ist normal und kein Anzeichen für ein Problem.
Suchen Sie im Menü Ihres Browsers, meist über drei Punkte oder Striche oben rechts, nach „Einstellungen“ oder „Datenschutz“.
Dort finden Sie meist einen Punkt wie „Browserdaten löschen“ oder „Cookies und Website-Daten“. Je nach Browser heißt dieser Bereich etwas anders, das Prinzip bleibt aber ähnlich.
Sie können meist wählen, ob nur die letzte Stunde, der letzte Tag oder alle jemals gespeicherten Cookies gelöscht werden sollen.
Nach der Bestätigung sind die Cookies entfernt. Beim nächsten Besuch bekannter Seiten kann es sein, dass Sie sich neu anmelden müssen und der Cookie-Hinweis erneut erscheint.
Cookies und Datenschutz
Cookies stehen im engen Zusammenhang mit dem Thema Datenschutz, weil sie letztlich Informationen über Ihr Verhalten im Internet sammeln können. Gerade Werbe-Cookies ermöglichen es Unternehmen, ein Bild davon zu bekommen, wofür Sie sich interessieren, auf welchen Seiten Sie sich bewegen und wie lange.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Daten missbraucht werden. Seriöse Anbieter halten sich an die geltenden Datenschutzregeln und geben in ihrer Datenschutzerklärung Auskunft darüber, welche Cookies sie einsetzen und wofür. Ein Blick in diese Erklärung, so trocken sie oft klingt, kann bei Unsicherheit weiterhelfen.
Wichtig ist vor allem ein bewusster Umgang: Bei Seiten, denen Sie vertrauen, etwa Ihrer Bank oder einem bekannten Nachrichtenportal, ist „Alle akzeptieren“ meist unproblematisch. Bei unbekannten Seiten oder Angeboten, die plötzlich in einer E-Mail oder Werbeanzeige auftauchen, lohnt sich dagegen eher die zurückhaltende Variante mit nur notwendigen Cookies.
Ein Cookie-Fenster ist kein Grund zur Sorge. Trotzdem sollten Sie bei unbekannten oder unseriös wirkenden Seiten lieber die zurückhaltende Option wählen und keine persönlichen Daten eingeben.
Mehr zum Thema finden Sie in unseren Beiträgen Datenschutz-Einstellungen nutzen und Phishing erkennen. Wenn Sie zusätzlich wissen möchten, woran Sie eine verschlüsselte, vertrauenswürdige Verbindung erkennen, hilft Ihnen der Beitrag über HTTPS weiter. Wer seinen Browser insgesamt aufräumen möchte, findet Anleitungen in Browser-Cache löschen.
Fazit
Ein Cookie-Fenster begegnet Ihnen fast auf jeder Internetseite, und in den meisten Fällen ist ein schneller Klick auf „Alle akzeptieren“ kein großes Risiko. Bei unbekannten Seiten lohnt sich trotzdem ein kurzer Blick auf die Auswahl, denn notwendige Cookies reichen für die reine Nutzung einer Seite meist völlig aus.
- Cookies sind kleine Textdateien, die sich Informationen über Ihren Besuch merken.
- Notwendige Cookies sorgen für die technische Funktion, Statistik- und Werbe-Cookies sind optional.
- Bei vertrauenswürdigen Seiten ist „Alle akzeptieren“ meist unproblematisch, bei unbekannten lieber zurückhaltend entscheiden.
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Häufig gestellte Fragen
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