Was ist eine Mediathek? Einfach erklärt
Der Krimi lief gestern Abend, aber Sie haben ihn verpasst. Kein Problem: Eine Mediathek hält viele Sendungen für einige Zeit bereit, damit Sie sie sich in Ruhe nachträglich ansehen können. Hier erfahren Sie, wie das funktioniert.
Am Abend läuft im Fernsehen ausgerechnet der Krimi, auf den man sich die ganze Woche gefreut hat. Dann klingelt es an der Tür, ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn zieht sich länger als gedacht, und als man wieder auf dem Sofa sitzt, ist die halbe Handlung schon vorbei. Früher war die Sendung damit verloren, bis sie irgendwann zufällig wiederholt wurde.
Heute reicht oft ein Blick in die passende Mediathek, um den Krimi am nächsten Tag in aller Ruhe nachzuholen. Auch die Nachrichten vom Vortag, eine verpasste Dokumentation oder die letzte Folge der Lieblingsserie lassen sich auf diese Weise wiederfinden. Vorausgesetzt, der Fernseher, das Tablet oder das Smartphone sind mit dem Internet verbunden, zum Beispiel über ein funktionierendes WLAN. Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt, was eine Mediathek eigentlich ist, worin sie sich vom normalen Fernsehen unterscheidet und wie Sie sie auf verschiedenen Geräten finden.
Eine Mediathek ist wie ein digitaler Fernsehschrank. Viele Sender legen dort ihre Sendungen für eine gewisse Zeit ab, damit Sie sie ansehen können, wann immer es Ihnen passt.
Was ist eine Mediathek?
Eine Mediathek ist eine Art digitale Bibliothek eines Fernsehsenders. Dort werden Sendungen, Filme, Dokumentationen und Nachrichten gesammelt und für eine bestimmte Zeit zum Abrufen bereitgestellt. Statt eine Sendung nur zu dem einen Zeitpunkt zu sehen, an dem sie im Fernsehen läuft, können Sie sie sich später aussuchen und starten, wann es für Sie passt.
Die bekanntesten Mediatheken in Deutschland gehören zu den öffentlich-rechtlichen Sendern: die ARD Mediathek, die ZDF Mediathek und die Mediatheken der Dritten Programme wie WDR, BR oder NDR. Auch private Sender wie RTL oder Sat.1 bieten ähnliche Angebote an, allerdings oft mit mehr Werbung und teils kostenpflichtigen Inhalten.
Technisch gesehen braucht eine Mediathek immer eine Internetverbindung. Der Fernseher, das Tablet oder das Smartphone laden die gewünschte Sendung dann ähnlich wie eine Internetseite, nur eben als Video. Ist das Internet langsam oder instabil, kann das Bild kurz stocken oder ruckeln. Wer sich unsicher ist, wie das eigene WLAN funktioniert, findet dazu Grundlagen im Beitrag Was ist ein WLAN-Router?
Stellen Sie sich die Mediathek wie einen Schrank vor, in dem der Sender seine Sendungen für eine Weile aufbewahrt. Sie müssen nicht zur richtigen Uhrzeit vor dem Fernseher sitzen, sondern öffnen den Schrank einfach dann, wenn Sie Zeit haben.
Der Unterschied zum normalen Fernsehen
Beim normalen Fernsehen, auch Live-TV genannt, läuft ein festes Programm zu festen Uhrzeiten. Wer eine Sendung sehen möchte, muss zu genau diesem Zeitpunkt einschalten, sonst ist sie vorbei. Genau das kennen viele noch aus früheren Jahrzehnten, als es weder Aufnahmefunktion noch Mediathek gab.
Eine Mediathek löst dieses Problem, ohne dass Sie technisch viel dafür tun müssen. Die Sendung wird nach der Ausstrahlung automatisch in die Mediathek des jeweiligen Senders geladen, meist innerhalb weniger Stunden. Von dort können Sie sie dann jederzeit ansehen, pausieren, zurückspulen oder an einem anderen Tag weiterschauen.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Auswahl. Im normalen Fernsehen sehen Sie nur das, was gerade läuft. In der Mediathek können Sie hingegen gezielt nach einem Titel, einem Thema oder einer bestimmten Sendereihe suchen, fast so wie bei einer Suchmaschine im Internet.
Manche Sender bieten inzwischen auch sogenannte Mediathek-Only-Inhalte an, also Sendungen, die es nur online zu sehen gibt und die im normalen Fernsehprogramm gar nicht laufen.
Welche Mediatheken gibt es?
In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Mediatheken, die sich in Umfang und Kosten unterscheiden. Ein Überblick über die wichtigsten hilft bei der Orientierung.
ARD Mediathek
Sammelt Sendungen der ARD sowie vieler Dritter Programme an einem Ort. Grosses Angebot an Filmen, Serien und Dokumentationen.
Kostenlos nutzbarZDF Mediathek
Enthält alle Sendungen des ZDF, dazu gehören auch Nachrichten, Krimis und Wissenssendungen.
Kostenlos nutzbarMediatheken der Dritten
Jeder Regionalsender wie WDR, BR, NDR oder MDR betreibt eine eigene Mediathek mit regionalen Inhalten.
Kostenlos nutzbarMediatheken privater Sender
RTL, Sat.1, ProSieben und ähnliche Sender bieten ebenfalls Mediatheken an, oft mit Werbung.
Teilweise kostenpflichtigFür den Einstieg lohnt es sich, zunächst die ARD Mediathek und die ZDF Mediathek auszuprobieren. Beide sind kostenlos, leicht verständlich aufgebaut und decken bereits einen grossen Teil des täglichen Fernsehprogramms ab.
Mediathek auf dem Smart-TV nutzen
Ein Smart-TV ist ein Fernseher, der mit dem Internet verbunden werden kann und eigene Apps besitzt, ähnlich wie ein Smartphone. Die meisten aktuellen Fernseher sind bereits Smart-TVs, auch wenn das auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist.
Meist geschieht dies über WLAN in den Fernseher-Einstellungen. Ist der Fernseher bereits mit dem Internet verbunden, kann dieser Schritt entfallen.
Auf der Fernbedienung gibt es meist eine Home- oder Smart-Taste, die zu einer Übersicht mit App-Symbolen führt.
Suchen Sie das Symbol der gewünschten Mediathek, zum Beispiel ARD Mediathek oder ZDF Mediathek, und bestätigen Sie mit der Fernbedienung.
Innerhalb der App können Sie nun durch die Sendungen blättern oder gezielt nach einem Titel suchen.
Bei älteren Fernsehern ohne eigene Apps hilft oft ein zusätzliches Streaming-Gerät wie ein Fire TV Stick, das an den Fernseher angeschlossen wird und die Mediatheken nachrüstet.
Mediathek auf Smartphone oder Tablet nutzen
Wer lieber auf dem Tablet oder Smartphone fernsieht, etwa im Bett oder unterwegs, kann die Mediatheken auch dort als eigene App nutzen. Der Ablauf ähnelt dem auf dem Fernseher sehr.
Im App-Store des Geräts nach dem Namen des Senders suchen, etwa „ARD Mediathek“ oder „ZDF Mediathek“, und die App installieren.
Nach der Installation erscheint das App-Symbol auf dem Startbildschirm. Ein Antippen öffnet die Mediathek.
Über die Suchfunktion oder die Kategorien lassen sich gewünschte Sendungen schnell finden.
Ein Tipp auf die Sendung startet die Wiedergabe direkt auf dem Bildschirm.
Beim Schauen über mobile Daten statt WLAN wird schnell viel Datenvolumen verbraucht. Mehr dazu im Beitrag Datenvolumen einfach erklärt.
Sendungen suchen und starten
Die Suche innerhalb einer Mediathek funktioniert meist über ein Lupensymbol, ähnlich wie bei einer Internet-Suchmaschine. Dort kann der Name einer Sendung, eines Schauspielers oder eines Themas eingegeben werden, und passende Ergebnisse erscheinen darunter.
Wer nicht genau weiß, wonach er suchen soll, findet auf der Startseite der Mediathek meist Kategorien wie „Krimi“, „Nachrichten“ oder „Dokumentation“. Ein Antippen der Kategorie zeigt eine passende Auswahl, durch die man in Ruhe blättern kann.
Warum manche Inhalte nicht dauerhaft verfügbar sind
Nicht jede Sendung bleibt für immer in der Mediathek. Aus rechtlichen Gründen, etwa wegen der Rechte an Musik oder eingekauften Filmen, dürfen viele Inhalte nur für eine bestimmte Zeit online stehen. Häufig sind das sieben Tage, dreissig Tage oder wenige Monate, je nach Sendung.
Bei eigenproduzierten Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender, etwa den Nachrichten oder vielen Dokumentationen, ist die Verfügbarkeit oft länger, manchmal sogar dauerhaft. Bei zugekauften Filmen oder Serien gelten dagegen häufig kürzere Fristen.
Wenn eine Sendung plötzlich verschwunden ist, liegt das fast immer an einer abgelaufenen Frist und nicht an einem Fehler auf Ihrem Gerät.
Was ist kostenlos, was nicht?
Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF sind vollständig kostenlos nutzbar. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten, abgesehen von der bereits vorhandenen Internetverbindung.
Bei privaten Sendern sieht das teilweise anders aus. Manche Inhalte lassen sich dort nur mit einem kostenpflichtigen Abo ansehen, während ein Grossteil weiterhin kostenlos bleibt, dafür aber mit mehr Werbung.
Beginnen Sie am besten mit den kostenlosen Mediatheken von ARD und ZDF. Damit lassen sich bereits die meisten täglichen Sendungen und Nachrichten problemlos nachholen.
Typische Probleme
Bleiben Probleme bestehen, hilft oft ein Neustart des Fernsehers oder des Routers. Grundlegende Hinweise dazu gibt es im Beitrag WLAN-Probleme lösen.
Fazit
Eine Mediathek ist im Grunde nichts anderes als ein digitaler Fernsehschrank, in dem viele Sender ihre Sendungen für eine Weile bereithalten. Wer einmal verstanden hat, wie die passende App auf Fernseher, Tablet oder Smartphone zu finden ist, kann verpasste Sendungen, Filme und Nachrichten ganz entspannt nachholen, wann immer die Zeit dazu passt.
- Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind kostenlos und benötigen nur eine Internetverbindung.
- Sendungen bleiben meist nur eine begrenzte Zeit verfügbar, danach verschwinden sie automatisch.
- Auf Smart-TV, Tablet und Smartphone funktioniert die Nutzung über eine eigene App, jeweils mit ähnlichen Schritten.
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