Was ist Streaming? Einfach erklärt für Senioren
Netflix, Mediathek, Fire TV Stick: Diese Wörter fallen ständig, aber was steckt eigentlich dahinter? Hier erfahren Sie in Ruhe, wie Fernsehen über das Internet funktioniert.
Früher war es einfach: Man schaltete den Fernseher an, drückte auf eine Zahlentaste der Fernbedienung, und ein Programm lief zu einer festen Uhrzeit. Wer die Tagesschau um 20 Uhr verpasste, hatte Pech gehabt, es sei denn, jemand hatte sie auf Video aufgenommen. Diese Zeiten sind inzwischen längst nicht mehr die einzige Möglichkeit.
Heute hört man ständig Begriffe wie Streaming, Mediathek, Netflix oder Fire TV Stick. Vielleicht haben Ihnen die Enkel schon einmal erzählt, dass sie „gerade eine Serie streamen“, und Sie haben höflich genickt, ohne genau zu wissen, was gemeint ist. Das ist überhaupt kein Grund zur Sorge. Dieser Beitrag erklärt in aller Ruhe, was Streaming bedeutet, was man dazu braucht und worauf man als Einsteiger achten sollte.
Ein Vorgriff schon jetzt: Streaming ist kein Hexenwerk. Es ist im Grunde Fernsehen auf Abruf, nur eben über das Internet statt über Antenne, Kabel oder Satellit.
Streaming bedeutet: Ein Film, eine Sendung oder Musik wird über das Internet abgespielt, ohne dass Sie vorher eine DVD einlegen oder eine Datei herunterladen müssen.
Was bedeutet Streaming genau?
Der englische Begriff „to stream“ bedeutet so viel wie „fließen“ oder „strömen“. Genau das passiert auch beim Streaming: Die Bild- und Tondaten fließen fortlaufend über das Internet zu Ihrem Gerät und werden dort sofort abgespielt. Es wird also nichts komplett heruntergeladen und gespeichert, sondern Stuück für Stück übertragen, während Sie zuschauen.
Das unterscheidet Streaming deutlich vom klassischen Herunterladen, wie man es früher von Musikdateien kannte. Damals musste man erst warten, bis eine ganze Datei auf dem Computer gespeichert war, bevor man sie abspielen konnte. Beim Streaming beginnt die Wiedergabe fast sofort, weil immer nur der nächste kleine Abschnitt übertragen werden muss.
Wichtig zu verstehen: Nach dem Anschauen bleibt in der Regel nichts dauerhaft auf Ihrem Gerät gespeichert. Schließen Sie die App oder schalten Sie den Fernseher aus, ist der Film weg, genau wie früher nach dem Ende einer Fernsehsendung. Möchten Sie ihn später wieder ansehen, rufen Sie ihn einfach erneut auf.
Stellen Sie sich Streaming wie einen Wasserhahn vor. Solange Sie ihn aufdrehen, fließt Wasser. Drehen Sie ihn zu, hört es auf. Genauso läuft ein Film, solange die Internetverbindung besteht, und stoppt, sobald Sie die App schließen.
Was braucht man zum Streamen?
Für den Einstieg braucht es weniger, als viele vermuten. Drei Dinge sind wichtig: ein Gerät mit Bildschirm, eine funktionierende Internetverbindung und eine App oder Webseite, über die der Inhalt abgerufen wird.
Beim Gerät haben Sie meist schon die Wahl: Fernseher, Tablet, Smartphone oder Laptop können alle streamen, wenn sie mit dem Internet verbunden sind. Manche älteren Fernseher besitzen keine eigene Internetfunktion. Dann hilft ein kleiner Zusatzstecker, ein sogenannter Streaming-Stick, der einfach in den HDMI-Anschluss des Fernsehers gesteckt wird und diesen internetfähig macht.
Bei der Internetverbindung zählt vor allem die Stabilität, nicht unbedingt die Höchstgeschwindigkeit. Ein zuverlässiges WLAN im Wohnzimmer reicht für die meisten Streaming-Angebote völlig aus. Wackelt die Verbindung häufig, sollten Sie das zuerst prüfen, bevor Sie an der Technik der Streaming-App zweifeln. Hilfreiche Grundlagen dazu finden Sie in unserem Beitrag WLAN-Probleme lösen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Gerät mit Bildschirm: Fernseher, Tablet, Smartphone oder Laptop
- Eine stabile Internetverbindung, meist über WLAN
- Eine App, ein Streaming-Gerät oder eine Webseite als Zugang
- Bei kostenpflichtigen Diensten zusätzlich ein Kundenkonto
Streaming auf dem Smart-TV
Ein Smart-TV ist ein Fernseher mit eingebauter Internetverbindung. Er lässt sich direkt mit dem heimischen WLAN verbinden, ganz ähnlich wie ein Smartphone. Auf dem Bildschirm erscheint dann eine Art Startseite mit verschiedenen Kacheln für Mediatheken und Streaming-Dienste, die Sie mit der Fernbedienung auswählen können.
Frau Berger aus unserem Bekanntenkreis hat vor einem Jahr einen neuen Fernseher bekommen und war zunächst etwas überfordert von den vielen bunten Symbolen auf der Startseite. Nach ein, zwei Abenden mit der Fernbedienung in der Hand hatte sie aber schnell heraus, wie man zur ARD-Mediathek gelangt, und schaut seitdem regelmäßig verpasste Sendungen nach.
Besitzen Sie noch einen älteren Fernseher ohne Internetfunktion, müssen Sie nicht gleich ein neues Gerät kaufen. Ein Streaming-Stick, etwa ein Fire TV Stick, wird in den HDMI-Anschluss gesteckt und macht aus einem älteren Fernseher fast wie durch Zauberhand ein internetfähiges Gerät. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Fernseher überhaupt einen freien HDMI-Anschluss besitzt, das steht meist auf der Rück- oder Seitenseite des Geräts.
Wenn Ihr Fernseher noch kein Smart-TV ist, kann ein Streaming-Stick später eine einfache Lösung sein. Prüfen Sie zuerst, ob ein HDMI-Anschluss vorhanden ist und ob Ihr WLAN im Wohnzimmer gut genug ankommt.
Streaming auf Smartphone, Tablet oder Laptop
Streaming ist nicht auf den Fernseher beschränkt. Auch auf dem Smartphone, dem Tablet oder dem Laptop lassen sich Filme, Serien und Mediatheken problemlos nutzen, entweder über eine App oder direkt über den Internet-Browser.
Praktisch ist das vor allem unterwegs, etwa im Wartezimmer oder im Zug, oder wenn zwei Personen im Haushalt gleichzeitig unterschiedliche Inhalte sehen möchten. Herr Wagner nutzt sein Tablet inzwischen gerne abends im Bett für eine halbe Stunde Nachrichten-Mediathek, während seine Frau im Wohnzimmer eine andere Sendung schaut.
Ein wichtiger Unterschied zum Fernseher: Unterwegs läuft Streaming häufig über das mobile Datennetz statt über WLAN. Das kann je nach Tarif schnell an das monatliche Datenvolumen gehen, besonders bei längeren Filmen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag Datenvolumen erklärt. Zu Hause lohnt es sich dagegen, wo immer möglich das WLAN zu nutzen statt der mobilen Daten.
Mediatheken: oft kostenlos und vertraut
Eine Mediathek ist so etwas wie eine digitale Videothek der Fernsehsender. ARD, ZDF und viele andere Sender stellen dort ihre Sendungen für einige Tage oder Wochen nach der Ausstrahlung kostenlos zum Nachschauen bereit. Das ist besonders praktisch, wenn Sie einmal eine Sendung verpasst haben oder eine Dokumentation ein zweites Mal in Ruhe ansehen möchten.
Der große Vorteil einer Mediathek liegt in der Vertrautheit: Es sind dieselben Sender und dieselben Sendungen, die Sie ohnehin kennen, nur eben zeitlich flexibler abrufbar. Ein zusätzliches Abo oder eine Kreditkarte wird dafür meist nicht benötigt.
Manche Mediatheken verlangen inzwischen ein kostenloses Benutzerkonto, wenn Sie längere Sendungen speichern oder auf mehreren Geräten weiterschauen möchten. Das ist freiwillig und für den ersten Einstieg nicht zwingend notwendig. Es reicht, die App zu öffnen und direkt eine Sendung auszuwählen.
Streamingdienste: Netflix, Disney+, Prime Video & Co.
Neben den kostenlosen Mediatheken gibt es kostenpflichtige Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video. Diese Anbieter zeigen keine eigenen Sendungen wie ein Fernsehsender, sondern eine große Bibliothek an Filmen und Serien, die Sie jederzeit auswählen und ansehen können.
Der Zugang funktioniert über ein Abonnement: Sie zahlen einen monatlichen Betrag und können dafür auf das gesamte Angebot zugreifen, solange das Abo läuft. Kündigen Sie, endet auch der Zugriff, meist zum Ende des bereits bezahlten Monats. Ein Vertrag über mehrere Jahre wie früher beim Kabelanschluss ist bei den meisten Diensten nicht nötig.
Für den ersten Einstieg empfiehlt es sich, nicht gleich mehrere Abos gleichzeitig abzuschließen. Testen Sie lieber einen Dienst in Ruhe einen Monat lang, bevor Sie sich entscheiden, ob sich ein dauerhaftes Abo für Sie lohnt.
Beginnen Sie mit den kostenlosen Mediatheken. Erst wenn Sie sich damit sicher fühlen, lohnt sich ein Blick auf kostenpflichtige Dienste wie Netflix oder Disney+.
Welche Kosten können entstehen?
Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind in der Regel kostenlos nutzbar, da sie bereits über den Rundfunkbeitrag finanziert werden. Hier entstehen also keine zusätzlichen Kosten, egal wie oft Sie schauen.
Bei kostenpflichtigen Streamingdiensten zahlen Sie dagegen eine monatliche Gebühr, die je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich hoch ausfällt. Manche Dienste bieten mehrere Tarife an, etwa mit oder ohne Werbung, oder mit unterschiedlicher Bildqualität. Ein günstigerer Tarif reicht für einen normalen Fernseher meist völlig aus.
Achten Sie beim Abschließen eines Abos immer auf die Kündigungsfrist und darauf, ob sich der Vertrag automatisch verlängert. Ein kostenloser Probemonat kann sich sonst schnell in ein dauerhaftes Abo verwandeln, wenn man das rechtzeitige Kündigen vergisst.
Notieren Sie sich beim Abschluss eines Probeabos direkt das Enddatum, zum Beispiel auf einem Zettel am Kühlschrank. So vergessen Sie das Kündigen nicht.
Was tun, wenn das Bild ruckelt?
Ein ruckelndes Bild oder eine ständig ladende Sanduhr gehört zu den häufigsten Ärgernissen beim Streaming. Meistens liegt es nicht am Fernseher selbst, sondern an der Internetverbindung.
Ein einfacher erster Schritt ist immer, das WLAN-Signal am Gerät selbst zu prüfen. Steht der Fernseher weit vom Router entfernt oder liegen dicke Wände dazwischen, kann das Signal schwächer ankommen. In solchen Fällen hilft oft ein WLAN-Verstärker, der das Signal in entfernteren Zimmern auffrischt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag WLAN-Verstärker einrichten.
Hilft das nicht, lohnt sich ein Blick auf den Router selbst. Manchmal reicht schon ein kurzer Neustart, um die Verbindung wieder stabiler zu machen. Grundlegende Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag Was ist ein WLAN-Router.
Worauf Einsteiger achten sollten
Beim Einstieg ins Streaming lohnt sich etwas Gelassenheit. Niemand muss von heute auf morgen alle Angebote kennen oder gleich mehrere Abos gleichzeitig testen. Ein ruhiger, schrittweiser Einstieg funktioniert meist besser.
Beginnen Sie am besten mit einer vertrauten Mediathek, etwa der Ihres Lieblingssenders. Sobald Sie sich damit sicher fühlen, können Sie in Ruhe entscheiden, ob ein kostenpflichtiger Dienst zu Ihnen passt. Achten Sie dabei auf ein einfaches Benutzerkonto mit einem sicheren, eigenen Passwort. Hinweise dazu finden Sie in unserem Beitrag Sichere Passwörter erstellen.
Auch das WLAN im Haus spielt eine wichtige Rolle für ein angenehmes Seherlebnis. Ist die Verbindung stabil, läuft auch das Streaming meist ohne Probleme. Eine gute Übersicht über Ihr Heimnetzwerk finden Sie in unserer Kategorie WLAN mit Router einrichten.
Und falls die Fernbedienung oder App am Anfang unübersichtlich wirkt: Das geht fast jedem so. Mit etwas Übung finden sich die wichtigsten Funktionen erstaunlich schnell.
Fazit
Streaming bedeutet nichts anderes, als Filme, Sendungen oder Musik direkt über das Internet anzusehen, ohne DVD oder Download. Mit einem internetfähigen Fernseher, Tablet oder Smartphone und einer stabilen WLAN-Verbindung steht dem Einstieg nichts im Weg.
- Mediatheken der Fernsehsender sind meist kostenlos und ein guter erster Schritt.
- Kostenpflichtige Dienste lohnen sich erst, wenn Sie sich mit Streaming sicher fühlen.
- Ein stabiles WLAN ist wichtiger als eine besonders hohe Internetgeschwindigkeit.
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- Prüfen Sie, ob Ihr WLAN zuverlässig läuft.
- Richten Sie bei Bedarf einen WLAN-Verstärker ein.
- Behalten Sie unterwegs Ihr Datenvolumen im Blick.
Häufig gestellte Fragen
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