Banking-App sicher einrichten
Eine Banking-App ist schnell installiert. Damit sie auch wirklich sicher ist, kommt es auf ein paar Dinge mehr an: das Smartphone selbst, die eigene PIN, das TAN-Verfahren und eine gesunde Portion Vorsicht am Telefon.
Stellen Sie sich den Küchentisch am Vormittag vor: die Bankunterlagen liegen bereit, das Smartphone ist geladen, die Lesebrille daneben. Genau so sollte man eine Banking-App einrichten. Nicht im Café, nicht im Wartezimmer, und schon gar nicht, während am Telefon jemand angeblich „gerade eben helfen“ möchte.
Eine Banking-App ist praktisch. Kontostand prüfen, Überweisungen vorbereiten, Kontoauszüge ansehen, alles passt in die Hosentasche. Gleichzeitig geht es dabei um sehr persönliche Daten und um echtes Geld. Deshalb verdient die Einrichtung etwas mehr Aufmerksamkeit als eine gewöhnliche App. Dieser Beitrag begleitet Sie durch die wichtigsten Schritte und zeigt, worauf Sie unterwegs achten sollten. Wenn Sie die App noch gar nicht installiert haben, lohnt sich vorher ein Blick in unseren Beitrag Betrugsmaschen im Internet erkennen, damit Sie wissen, wonach Sie Ausschau halten sollten.
Die Einrichtung ist kein Wettrennen. Beim Online-Banking ist Ruhe selbst schon ein Stück Sicherheit.
Was bedeutet „sicher einrichten“ eigentlich?
Sicherheit beim Online-Banking besteht nicht aus einem einzigen Haken, den man setzt und dann vergisst. Es sind mehrere Bausteine, die zusammenspielen müssen: die richtige App aus einer vertrauenswürdigen Quelle, ein gesperrtes Smartphone, aktuelle Software, gut geschützte Zugangsdaten, ein verstandenes TAN-Verfahren und die Bereitschaft, jede Freigabe vor dem Bestätigen noch einmal zu prüfen.
Dazu kommt ein Punkt, den viele unterschätzen: keine fremde Fernhilfe zulassen. Wenn jemand anruft und anbietet, sich per Fernwartungssoftware auf das eigene Gerät aufzuschalten, sollte bei Bankangelegenheiten sofort eine innere Alarmglocke läuten. Im Zweifel gilt immer: die Bank selbst anrufen, über eine Nummer, die man kennt und nicht über eine Nummer, die einem gerade am Telefon genannt wurde.
Online-Banking-Angriffe passieren nämlich längst nicht mehr nur rein technisch. Häufig werden Menschen durch gefälschte Nachrichten, angebliche Bankanrufe oder vorgetäuschte Sicherheitsprüfungen unter Druck gesetzt. Genau das nennt man Social Engineering: Nutzer sollen dazu gebracht werden, selbst Zugangsdaten oder TANs preiszugeben oder eine Überweisung eigenhändig auszuführen.
Vor der Einrichtung: Diese Dinge bereitlegen
Ein bisschen Vorbereitung erspart später Stress. Am besten legen Sie sich vor dem ersten Öffnen der App eine kleine Runde zusammen: das Smartphone sollte aufgeladen sein und mit dem heimischen WLAN verbunden, nicht mit einem fremden Netz im Café. Das Betriebssystem sollte aktuell sein, und die Banking-App sollte ausschließlich aus einer offiziellen Quelle stammen.
Dazu gehören die Zugangsdaten der Bank, eine grobe Vorstellung davon, welches TAN-Verfahren zum Einsatz kommt, eventuell die Bankkarte, falls sie gebraucht wird, sowie Lesebrille und Notizblock. Und, das ist fast das Wichtigste: Niemand sollte mit auf den Bildschirm schauen, und es sollte kein Telefonat mit einer angeblichen Bankperson im Hintergrund laufen.
Nicht alle Banken verwenden dieselben Begriffe für ihre Verfahren. Die einen sprechen von pushTAN, andere von photoTAN, SecureGo plus, BestSign oder schlicht von einer Freigabe-App. Für Sie als Leser ist wichtig: Die Namen unterscheiden sich, das Grundprinzip dahinter ist meist sehr ähnlich. Wie so ein TAN-Verfahren im Detail funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag TAN-Verfahren erklärt.
Checkliste vor dem Start
- Smartphone ist aufgeladen
- Smartphone ist mit dem heimischen WLAN verbunden
- Betriebssystem ist aktualisiert
- Banking-App wurde aus offizieller Quelle installiert
- Zugangsdaten der Bank liegen bereit
- TAN-Verfahren ist grob bekannt
- Niemand schaut mit auf den Bildschirm
- Es läuft kein Telefonat mit einer angeblichen Bankperson
Schritt 1: Smartphone zuerst schützen
Bevor die Banking-App überhaupt eingerichtet wird, sollte das Smartphone selbst geschützt sein. Eine Geräte-PIN ist dabei die Grundvoraussetzung, und sie sollte nicht 0000, 1234 oder das eigene Geburtsjahr sein. So verlockend einfache Codes im Alltag wirken, sie sind auch das Erste, was jemand ausprobiert, der ein verlorenes Gerät in die Hände bekommt.
Die Banking-App ist wie ein Tresor im Smartphone. Der erste Schlüssel dazu ist die Sperre des Smartphones selbst.
Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sind bequem und können den Alltag erleichtern. Trotzdem ersetzen sie die Geräte-PIN nicht vollständig, viele Smartphones verlangen nach einem Neustart oder bestimmten Systemänderungen wieder die PIN-Eingabe. Und ein Smartphone, das ungesperrt auf dem Küchentisch oder im Bus liegen bleibt, ist unabhängig von jeder Technik ein Risiko.
Schritt 2: App nur aus sicherer Quelle nutzen
Die Banking-App sollte ausschließlich aus dem offiziellen App-Store des Smartphones stammen, am besten findet man sie über die offizielle Internetseite der eigenen Bank. Links aus E-Mail, SMS oder WhatsApp sind für diesen Zweck ungeeignet, egal wie offiziell sie aussehen. Auch eine Werbeanzeige, die eine „dringend neue Banking-App“ verspricht, gehört ignoriert.
Ein kurzer Blick auf Bewertungen und den angegebenen Herausgeber der App schadet nie. Bei Unsicherheit ist die Bank selbst der richtige Ansprechpartner, telefonisch über eine bekannte Nummer, nicht über eine Nummer aus einer verdächtigen Nachricht.
Wenn Sie eine Nachricht bekommen, dass Ihre Banking-App „abläuft“, „gesperrt wird“ oder „sofort aktualisiert werden muss“, tippen Sie nicht auf den enthaltenen Link. Öffnen Sie stattdessen die Bank-App selbst, oder rufen Sie Ihre Bank über eine Ihnen bekannte Telefonnummer an.
Phishing versucht genau das: eine vertraute Stelle wie die eigene Bank nachzuahmen, damit Nutzer ihre Zugangsdaten oder TANs auf einer gefälschten Seite eingeben. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag Phishing erkennen.
Schritt 3: App öffnen und Zugangsdaten eingeben
Beim ersten Öffnen fragt die App je nach Bank nach unterschiedlichen Dingen: einem Anmeldenamen oder einer Legitimations-ID, der Online-Banking-PIN, einer eigenen App-PIN, einer Gerätefreigabe oder auch nach einem SMS-Code beziehungsweise Brief-Code für die Erstregistrierung. Manche Banken lassen an dieser Stelle zusätzlich das Gerät selbst registrieren, damit künftig klar ist, welches Smartphone zum eigenen Konto gehört.
Die genauen Schritte unterscheiden sich von Bank zu Bank, deshalb lässt sich hier keine allgemeingültige Klick-für-Klick-Anleitung geben. Entscheidend ist etwas anderes: Sie sollten in jedem Moment erkennen können, ob Sie sich gerade anmelden, ein neues Gerät registrieren oder eine Zahlung freigeben. Wenn das nicht klar ist, lohnt sich ein Innehalten.
Schritt 4: App-PIN festlegen
Viele Banking-Apps verlangen zusätzlich zur Geräte-PIN eine eigene App-PIN. Diese sollte nicht mit dem Geburtsdatum übereinstimmen und auch nicht dieselbe PIN sein wie für die SIM-Karte oder den Haustür-Code. Eine Notiz im Smartphone, ein Foto der PIN oder eine WhatsApp-Nachricht an sich selbst sind alle keine guten Aufbewahrungsorte.
Jemand schreibt die Banking-PIN auf einen kleinen Zettel und legt ihn direkt in die Smartphone-Hülle. Das wirkt praktisch, ist aber riskant: Geht das Handy verloren, liegen Gerät und Zugangshinweis unmittelbar zusammen.
Schritt 5: TAN-Verfahren oder Freigabe-App verstehen
Dieser Abschnitt ist vermutlich der wichtigste im ganzen Beitrag. Manche Banken trennen Banking-App und TAN-App bewusst voneinander, andere setzen auf eine gemeinsame Freigabe-App, wieder andere nutzen chipTAN mit einem eigenen kleinen Gerät. Es kommt auch vor, dass Banking und Freigabe auf demselben Smartphone laufen, das ist von der Bank so vorgesehen und grundsätzlich kein Problem.
Vor jeder Freigabe sollten Sie sich kurz Zeit nehmen, um Betrag, Empfänger und IBAN zu prüfen. Eine TAN oder Freigabe bestätigt nämlich nicht „irgendetwas Allgemeines“, sondern einen ganz konkreten Auftrag mit genau diesen Angaben.
Nur freigeben, was Sie selbst gerade veranlasst haben.
TAN-Verfahren dienen dazu, Online-Banking-Aufträge zu autorisieren. Bei modernen Verfahren werden häufig die Auftragsdaten direkt auf dem Bildschirm angezeigt, genau damit Sie prüfen können, ob die Freigabe wirklich zu Ihrem eigenen Auftrag passt. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet dazu vertiefende Erklärungen in unserem Beitrag Online-Banking sicher nutzen.
Schritt 6: Benachrichtigungen sinnvoll einstellen
Push-Benachrichtigungen über Kontobewegungen können durchaus hilfreich sein, sie geben einen guten Überblick, ohne dass man ständig selbst nachschauen muss. Trotzdem sollten App-Hinweise nie blind angetippt werden, und sensible Inhalte gehören nicht auf den Sperrbildschirm.
Wenn auf dem Sperrbildschirm zu viele Details sichtbar sind, kann jemand neben Ihnen mitlesen, im Bus, im Wartezimmer oder am Küchentisch bei Besuch. Besser ist eine Einstellung, bei der zwar ein Hinweis erscheint, aber keine genauen Beträge oder Empfänger. Bei unbekannten Buchungen gilt: die Bank kontaktieren, und nicht jeder Hinweis muss gleich als Notfall behandelt werden.
Schritt 7: Überweisungslimits prüfen
Dieser Punkt wird oft vergessen, dabei ist er ausgesprochen wirkungsvoll. Viele Banken erlauben es, ein tägliches Überweisungslimit festzulegen. Wer im Alltag selten große Beträge überweist, braucht dafür kein sehr hohes Limit. Ein angemessenes Limit kann helfen, den Schaden zu begrenzen, falls doch einmal etwas schiefläuft, etwa wenn jemand unbefugten Zugriff auf das Konto erhält.
Für größere Überweisungen, etwa den Kauf eines Autos oder eine größere Anschaffung, lässt sich das Limit meist zeitweise anheben. Solche Änderungen sollten immer bewusst und niemals auf Zuruf am Telefon erfolgen. Bei Unsicherheit fragen Sie am besten direkt bei der Bank nach, wie das bei Ihrem Konto konkret funktioniert.
Schritt 8: App-Updates regelmäßig durchführen
Banking-Apps sollten stets aktuell bleiben, denn Updates schließen bekannte Sicherheitslücken und verbessern nebenbei die Stabilität der App. Aktualisiert wird ausschließlich über den offiziellen App-Store, niemals über einen Link aus einer E-Mail. Automatische Updates können den Alltag erleichtern, weil man sich um diesen Punkt dann nicht mehr selbst kümmern muss. Wie das Aktualisieren im Detail funktioniert, erklären wir in unserem Beitrag Apps aktualisieren, einfach erklärt.
Was man niemals tun sollte
Manche Regeln lassen sich nicht oft genug wiederholen, gerade weil Betrüger sie gezielt umgehen wollen. PIN oder TAN sollten am Telefon nie genannt werden, auch nicht gegenüber jemandem, der sich als Bankmitarbeiter ausgibt. Eine Fernwartungs-App wird niemals auf Zuruf installiert, der Bildschirm nie mit Fremden geteilt, und Bankdaten haben in WhatsApp-Nachrichten nichts verloren.
Auch eine „Testüberweisung“, zu der man am Telefon aufgefordert wird, gehört in diese Kategorie. Besonders tückisch: Betrüger können Telefonnummern fälschen, sodass es auf dem Display so aussieht, als rufe tatsächlich die eigene Bank an. Trotzdem gilt unverändert: Echte Bankmitarbeiter verlangen weder TANs noch PINs noch Fernzugriff auf das eigene Gerät. Berichte über Betrugsmaschen mit gefälschten Bankanrufen zeigen immer wieder dasselbe Muster, Opfer werden gedrängt, Zugangsdaten preiszugeben oder Fernzugriff zu gewähren. Auch dazu lohnt ein Blick in unseren Beitrag Betrugsanrufe erkennen.
Was tun, wenn man unsicher ist?
Manchmal reicht ein ungutes Gefühl, um innezuhalten, und genau darauf sollten Sie hören. Schließen Sie in diesem Fall die App, klicken Sie nicht weiter und geben Sie keine TAN ein. Rufen Sie keine fremde Nummer zurück, die Ihnen gerade genannt wurde, sondern kontaktieren Sie Ihre Bank über eine Ihnen bereits bekannte Telefonnummer.
Beenden Sie die App und legen Sie das Smartphone für einen Moment zur Seite.
Keine weiteren Links öffnen, keine Eingaben mehr vornehmen.
Auch dann nicht, wenn die App oder eine Nachricht Druck aufbaut.
Nutzen Sie eine Telefonnummer, die Sie selbst kennen oder von einem offiziellen Dokument haben.
Die Bank kann den Online-Zugang im Zweifel vorübergehend sperren.
Die Sperrnummer 116 116 kann in Deutschland für viele Karten und Zugänge relevant sein. Prüfen Sie vorab, ob Ihre Bank diesen Sperrweg unterstützt, und notieren Sie sich zusätzlich die offizielle Sperrnummer Ihrer eigenen Bank.
Was tun bei Handyverlust?
Der Moment, in dem man merkt, dass das Smartphone weg ist, löst fast immer erst einmal Schreck aus. Genau dann hilft es, wenn man vorher schon weiß, was zu tun ist. Zuerst: Ruhe bewahren. Dann das Smartphone, falls eingerichtet, über den Dienst von Apple oder Google orten oder aus der Ferne sperren.
Kontaktieren Sie anschließend Ihre Bank, damit der Online-Banking-Zugang geprüft oder vorsorglich gesperrt werden kann. Auch die SIM-Karte sollte beim Mobilfunkanbieter gesperrt werden, und je nach Situation kann es sinnvoll sein, wichtige Passwörter zu ändern. Ein neues Gerät sollte danach nicht überstürzt eingerichtet werden, lieber einen ruhigen Moment abwarten.
Diese Nummern gehören auf Papier
- Bank-Hotline
- Sperr-Notruf
- Mobilfunkanbieter
- Eine vertraute Kontaktperson
Wichtig dabei: diese Liste nicht auf denselben Zettel schreiben wie die eigenen PINs. Beides getrennt aufzubewahren ist ein kleiner Aufwand, der im Ernstfall viel wert ist.
Installieren oder sicher einrichten, wo liegt der Unterschied?
Wer die Banking-App zum ersten Mal auf dem Smartphone sucht, hat oft eine andere Frage im Kopf als jemand, der die App bereits installiert hat und jetzt sicher nutzen möchte. Beim Installieren geht es vor allem darum, die App zu finden, herunterzuladen und als echte App zu erkennen. Beim sicheren Einrichten kommen die tieferen Themen dazu: das Smartphone schützen, die App-PIN wählen, das TAN-Verfahren einrichten, Limits prüfen und für den Notfall vorbereitet sein.
Beide Themen hängen eng zusammen, sind aber unterschiedliche Schritte auf demselben Weg. Falls Sie die App noch gar nicht auf dem Smartphone haben, finden Sie die passende Anleitung in unserem Beitrag Banking-App installieren. Und falls Sie noch ganz am Anfang stehen, hilft Ihnen zusätzlich unser Beitrag Was ist Online-Banking? als Einstieg.
Fazit
Eine Banking-App sicher einzurichten ist keine komplizierte Wissenschaft, aber es lohnt sich, ein paar Minuten mehr Zeit zu investieren, als es die Werbung der App verspricht. Wer das Smartphone schützt, die eigenen Zugangsdaten sorgfältig behandelt und bei Anrufen misstrauisch bleibt, hat die wichtigsten Risiken bereits deutlich reduziert.
- Das Smartphone selbst ist der erste Schutzwall, eine starke Geräte-PIN gehört dazu.
- PIN und TAN gehören niemals ins Telefonat, auch nicht bei angeblichen Bankmitarbeitern.
- Bei Unsicherheit gilt: auflegen, in Ruhe nachdenken, die Bank über eine bekannte Nummer selbst anrufen.
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- Lesen Sie zuerst, wie Sie das TAN-Verfahren verstehen.
- Erfahren Sie, wie Sie eine Banking-App installieren.
- Lernen Sie, wie Sie Phishing erkennen können.
Häufig gestellte Fragen
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