Senior hält Smartphone quer und nutzt die Bildschirmdrehung KI-generiertes Bild
Man liegt abends gemütlich auf dem Sofa, liest eine Nachricht, und plötzlich springt das ganze Bild ins Querformat um. Nichts ist kaputt. Dahinter steckt die automatische Bildschirmdrehung, und die lässt sich mit wenigen Handgriffen genau nach Ihren Wünschen einstellen.

Wenn sich der Bildschirm plötzlich quer stellt

Es ist einer dieser kleinen Schreckmomente, die viele Smartphone-Nutzer kennen. Man hält das Handy ganz normal in der Hand, tippt eine Antwort auf eine WhatsApp-Nachricht, und beim Umdrehen kippt der Bildschirminhalt einfach zur Seite. Die Tastatur wird breiter, der Text rutscht, und man weiß im ersten Moment gar nicht, was gerade passiert ist.

Herr Wagner, ein Leser aus unserer Community, hat genau das kurz nach dem Kauf seines neuen Smartphones erlebt. Er lag auf der Couch, das Handy kippte beim Umlagern leicht zur Seite, und plötzlich war der komplette Bildschirm quer. Er dachte zuerst an einen Defekt und war kurz davor, das Gerät ins Geschäft zurückzubringen.

Dabei ist es ganz einfach zu erklären. Ihr Smartphone hat einen kleinen Bewegungssensor eingebaut, der ständig registriert, wie Sie das Gerät gerade halten. Kippt das Handy zur Seite, dreht sich automatisch auch der Bildschirminhalt mit, damit Sie ihn weiterhin aufrecht lesen können. Das ist an sich eine praktische Funktion, kann aber stören, wenn man gerade im Liegen liest und das Handy nicht ganz gerade hält.

Die gute Nachricht: Diese automatische Drehung lässt sich jederzeit ein- und ausschalten, sowohl bei Android als auch beim iPhone. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen genau, wo Sie diese Einstellung finden und wann sich das Querformat sogar richtig lohnt.

Was bedeutet Bildschirm drehen?

Mit „Bildschirm drehen“ ist gemeint, dass sich die Anzeige auf Ihrem Smartphone oder Tablet automatisch an die Haltung des Geräts anpasst. Halten Sie das Handy senkrecht, sehen Sie den Inhalt im sogenannten Hochformat. Drehen Sie es um neunzig Grad zur Seite, wechselt die Anzeige ins Querformat, sofern die Funktion aktiviert ist.

Möglich macht das ein winziger Sensor im Inneren des Geräts, der Bewegungen und Lage erkennt, ähnlich wie eine Wasserwaage. Dieser Sensor meldet ständig an das Betriebssystem, in welchem Winkel das Handy gerade gehalten wird. Auf Basis dieser Information entscheidet das System, ob der Bildschirminhalt gedreht werden soll oder nicht.

Wichtig zu wissen: Die Drehung passiert nicht bei jeder Bewegung. Halten Sie das Handy nur leicht schräg, zum Beispiel beim Lesen im Bett, bleibt der Bildschirm meist im Hochformat stehen. Erst ab einem bestimmten Winkel, meist deutlich über fünfundvierzig Grad, springt die Anzeige um. Genau das erklärt auch, warum manche Nutzer die Drehung als unvorhersehbar empfinden, obwohl technisch alles ganz logisch abläuft.

Diese Funktion gibt es übrigens seit vielen Jahren auf so gut wie jedem Smartphone und Tablet, egal ob Android-Gerät oder iPhone. Sie wurde ursprünglich für Spiele und Videos entwickelt, hat sich aber mittlerweile zu einer Standardfunktion entwickelt, die viele Nutzer im Alltag ständig begleitet, ohne dass sie genau wissen, wie sie funktioniert oder wie man sie abschaltet.

Hochformat und Querformat einfach erklärt

Zwei Begriffe tauchen rund um dieses Thema ständig auf, und es lohnt sich, sie einmal klar auseinanderzuhalten. Hochformat bedeutet, dass der Bildschirm höher als breit ist, also genau so, wie Sie Ihr Handy normalerweise in der Hand halten. Dieses Format eignet sich hervorragend zum Lesen von Nachrichten, zum Scrollen durch Fotos oder zum Schreiben von Texten.

Querformat dagegen bedeutet, dass der Bildschirm breiter als hoch ist. Sie kennen das vom Fernseher, dessen Bild ebenfalls breiter als hoch ist. Drehen Sie Ihr Smartphone auf die Seite, wechselt die Anzeige in dieses breite Format, und Inhalte wie Videos oder Fotos werden dadurch größer und detailreicher dargestellt.

Merkhilfe

So unterscheiden Sie die beiden Formate

  • Hochformat: Handy steht senkrecht, wie ein Brief
  • Querformat: Handy liegt waagerecht, wie ein Bilderrahmen
  • Die meisten Apps starten automatisch im Hochformat
  • Videos und Fotos wirken im Querformat oft größer und klarer

Nicht jede App reagiert dabei gleich. Manche Anwendungen, wie zum Beispiel die Kamera oder ein Videoplayer, wechseln bereitwillig zwischen beiden Formaten. Andere, wie WhatsApp oder viele Menüs in den Einstellungen, bleiben bewusst im Hochformat, weil sie für dieses Format gestaltet wurden. Mehr dazu lesen Sie weiter unten im Abschnitt zu den Apps, die sich nicht drehen.

Übrigens gibt es auf Ihrem Smartphone noch weitere Schalter, die ähnlich funktionieren wie die Bildschirmdrehung: kurz antippen, und eine Funktion springt an oder aus. Ein bekanntes Beispiel ist der Flugmodus, der ebenfalls über die Schnelleinstellungen gesteuert wird und ähnlich schnell missverständlich wirken kann, wenn man ihn versehentlich aktiviert.

Automatische Drehung bei Android ein- und ausschalten

Bei den meisten Android-Smartphones erreichen Sie diese Einstellung am schnellsten über die sogenannten Schnelleinstellungen. Das ist jenes kleine Menü mit Symbolen für WLAN, Taschenlampe und ähnliche Funktionen, das Sie durch Herunterwischen vom oberen Bildschirmrand öffnen.

  • 1
    Schnelleinstellungen öffnenWischen Sie mit dem Finger vom oberen Bildschirmrand nach unten. Je nach Gerät müssen Sie das eventuell zweimal machen, damit alle Symbole sichtbar werden.
  • 2
    Symbol für die Bildschirmdrehung suchenEs zeigt meist ein kleines Handy-Symbol mit einem Pfeil oder zwei sich drehenden Pfeilen darum herum. Die Beschriftung lautet je nach Hersteller „Auto-Drehen“, „Automatisch drehen“ oder schlicht „Drehen“.
  • 3
    Antippen zum UmschaltenEin Tipp auf das Symbol schaltet die Funktion aus, ein weiterer Tipp wieder ein. Ist die Drehung ausgeschaltet, zeigt das Symbol meist ein feststehendes Hochformat-Symbol statt der Pfeile.
  • 4
    Alternative über die EinstellungenFinden Sie das Symbol nicht auf Anhieb, gehen Sie stattdessen über das Zahnrad-Symbol in die Einstellungen, dann zu „Anzeige“ oder „Display“. Dort gibt es meist einen eigenen Punkt namens „Automatisch drehen“, den Sie per Schieberegler an- und ausschalten können.
Gut zu wissen: Bei einigen neueren Samsung-Geräten erscheint beim manuellen Drehen des Handys kurz ein kleines Symbol am unteren Bildschirmrand, mit dem Sie das Bild trotz ausgeschalteter Auto-Drehung für diesen einen Moment umschalten können. Praktisch, wenn Sie nur kurz ein Video im Querformat ansehen möchten.

Ausrichtungssperre beim iPhone ein- und ausschalten

Beim iPhone heißt diese Funktion etwas anders, nämlich Ausrichtungssperre, meint aber genau dasselbe. Auch hier finden Sie den schnellsten Weg über das Kontrollzentrum, jenes Menü mit den runden Schaltflächen für WLAN, Bluetooth und Helligkeit.

  • 1
    Kontrollzentrum öffnenWischen Sie bei neueren iPhones vom oberen rechten Bildschirmrand nach unten. Bei älteren Modellen mit Home-Taste wischen Sie stattdessen vom unteren Bildschirmrand nach oben.
  • 2
    Symbol mit dem Schloss suchenAchten Sie auf ein kleines Symbol, das ein Schloss inmitten eines Pfeilkreises zeigt. Es trägt den Namen „Ausrichtungssperre“.
  • 3
    Antippen zum AktivierenIst das Symbol weiß hinterlegt, ist die Sperre aktiv, der Bildschirm dreht sich also nicht mehr. Tippen Sie erneut darauf, um die Sperre wieder aufzuheben und die automatische Drehung zuzulassen.
Hinweis

Warum sich das iPad anders verhält

Beim iPad dreht sich der Startbildschirm grundsätzlich mit, ganz gleich wie Sie das Symbol im Kontrollzentrum eingestellt haben. Nur innerhalb von Apps greift die Ausrichtungssperre wie gewohnt. Das verwirrt manche Nutzer, ist aber so von Apple vorgesehen und kein Fehler an Ihrem Gerät.

Wann Querformat praktisch ist

So störend die plötzliche Drehung im Liegen sein kann, so nützlich ist sie in anderen Situationen. Beim Anschauen eines Videos, etwa auf YouTube oder in einer Mediathek-App, wird das Bild im Querformat deutlich größer dargestellt. Feine Details, Gesichter oder Untertitel lassen sich dadurch besser erkennen.

Auch beim Betrachten von Fotos, die selbst im Querformat aufgenommen wurden, etwa Landschaftsbilder vom letzten Ausflug, füllt das Bild den Bildschirm im Querformat deutlich besser aus. Im Hochformat bleiben dagegen oft breite schwarze Ränder oben und unten stehen. Wie Sie solche Aufnahmen anschließend an Familie oder Freunde weitergeben, lesen Sie in unserem Beitrag Videos teilen am Smartphone.

Ein drittes Beispiel aus dem Alltag: Wer regelmäßig Videoanrufe mit Enkeln oder Freunden führt, etwa über WhatsApp, empfindet das Querformat oft als angenehmer. Das Gegenüber wird größer und deutlicher gezeigt, und man muss das Handy nicht so nah vors Gesicht halten. Wie ein solcher Videoanruf im Detail funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag WhatsApp-Videoanruf starten.

Empfehlung: Smartphone- oder Tablet-Ständer nutzen

Wer häufiger Videos im Querformat ansieht oder Videoanrufe führt, hält das Handy oft minutenlang in der Hand, das wird auf Dauer unbequem. Ein einfacher Handyhalter fürs Sofa oder den Tisch nimmt Ihnen das ab und hält das Bild stabil im gewünschten Format.

  • Handy steht sicher und wackelt nicht
  • Beide Hände bleiben frei, ideal bei Videoanrufen
  • Passend für Hoch- und Querformat einstellbar
  • Geeignet für Smartphone und Tablet

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Handyhalter ansehen

Warum sich manche Apps nicht drehen

Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass sich manche Apps trotz aktivierter automatischer Drehung nicht ins Querformat bewegen lassen, egal wie Sie das Handy halten. Das liegt daran, dass jede App von ihren Entwicklern einzeln festgelegt bekommt, welche Ausrichtungen sie unterstützt.

WhatsApp etwa ist beim Schreiben von Nachrichten bewusst auf das Hochformat beschränkt, weil die Tastatur und der Chatverlauf so am besten bedienbar bleiben. YouTube hingegen wurde speziell für beide Formate entwickelt, weil Videos im Querformat schlicht besser zur Geltung kommen. Auch viele Menüs in den Einstellungen Ihres Handys bleiben grundsätzlich im Hochformat stehen.

Ja
YouTube, Fotos, VideoanrufeDiese Apps sind bewusst für beide Ausrichtungen gestaltet.
Nein
WhatsApp-Chats, viele EinstellungsmenüsDiese Bereiche bleiben absichtlich im Hochformat, damit die Bedienung übersichtlich bleibt.

Das bedeutet: Wenn sich eine App partout nicht drehen lässt, ist meist kein technischer Fehler dafür verantwortlich. Die Entwickler haben sich lediglich für ein Format entschieden. Daran ändert auch das Ein- oder Ausschalten der Auto-Drehung nichts.

Was tun, wenn der Bildschirm nicht mehr zurückdreht?

Manchmal bleibt der Bildschirm hartnäckig im Querformat stehen, obwohl Sie das Handy längst wieder senkrecht halten. Das wirkt zunächst beunruhigend, lässt sich aber in den meisten Fällen mit wenigen Handgriffen klären.

  • 1
    Auto-Drehung prüfenSchauen Sie zuerst in den Schnelleinstellungen beziehungsweise im Kontrollzentrum nach, ob die Funktion versehentlich ausgeschaltet oder gesperrt wurde.
  • 2
    Handy deutlich kippenHalten Sie das Gerät einmal ganz bewusst senkrecht und warten Sie kurz. Manchmal reagiert der Sensor erst nach einer kleinen Verzögerung.
  • 3
    Gerät neu startenHilft das nicht, schalten Sie das Handy einmal komplett aus und wieder ein. Das behebt kleinere Aussetzer des Bewegungssensors meist zuverlässig.

Falls gar nichts hilft

Bleibt das Problem bestehen, lohnt sich ein Blick in die allgemeinen Einstellungen Ihres Geräts, insbesondere unter „Anzeige“. Auch ein ausstehendes Software-Update kann gelegentlich Ursache für solche kleinen Aussetzer sein. Wie Sie Updates sicher einspielen, erklären wir in unserem Beitrag Updates installieren, einfach erklärt.

Bleibt der Bildschirm allgemein häufiger stehen oder reagiert insgesamt träge, kann das auch mit der Gesamtleistung des Geräts zusammenhängen. Tipps dazu, woran das liegen kann und was hilft, finden Sie in unserem Beitrag Handy langsam, was tun?. Auch veraltete Apps sorgen gelegentlich für kleinere Aussetzer, ein regelmäßiger Blick in unseren Ratgeber Apps aktualisieren am Smartphone lohnt sich daher.

Häufige Fragen

Warum dreht sich mein Bildschirm plötzlich?
Weil die automatische Bildschirmdrehung eingeschaltet ist. Sobald Sie das Handy zur Seite kippen, erkennt der eingebaute Sensor die neue Lage und dreht den Bildschirminhalt entsprechend mit.
Wie verhindere ich, dass sich der Bildschirm dreht?
Bei Android schalten Sie die Funktion über die Schnelleinstellungen aus, die Sie durch Herunterwischen vom oberen Bildschirmrand erreichen. Beim iPhone aktivieren Sie stattdessen die Ausrichtungssperre im Kontrollzentrum.
Warum dreht sich YouTube, aber WhatsApp nicht?
Nicht jede App unterstützt jede Bildschirmrichtung. Die Entwickler legen für jede App einzeln fest, ob sie sich drehen lässt. Videoplattformen sind meist für beide Formate gebaut, Chat-Apps häufig nur für das Hochformat.
Ist Querformat besser für Videos?
Oft ja, weil das Bild dadurch größer angezeigt wird und weniger schwarze Ränder am Rand stehen bleiben. Gerade bei Filmen und Landschaftsaufnahmen wirkt das Bild im Querformat deutlich schärfer und detailreicher.

Fazit: Eine kleine Einstellung mit großer Wirkung

Die Bildschirmdrehung ist keine Laune Ihres Handys, sondern eine bewusst eingebaute Funktion, die sich mit wenigen Fingertipps steuern lässt. Wer sie beim Lesen im Liegen störend findet, schaltet sie einfach aus. Wer Videos gerne groß sehen möchte, lässt sie an und dreht das Handy bewusst zur Seite.

Beide Wege sind richtig, es kommt ganz auf Ihre persönliche Situation an. Wichtig ist nur zu wissen, dass Sie die Kontrolle jederzeit selbst in der Hand haben.

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FD
Friedhelm Deussner Autor & Gründer, Digital ab 60

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