Online-Banking

PushTAN oder chipTAN?

Viele Banken bieten heute mehrere TAN-Verfahren gleichzeitig an. Wer sich dann zum ersten Mal entscheiden muss, steht schnell vor der Frage: Was passt eigentlich zu mir? Dieser Beitrag vergleicht beide Verfahren in Ruhe.

📖 Lesezeit: ca. 9 Minuten👤 Friedhelm Deussner
Senior vergleicht PushTAN und chipTAN beim Online-Banking
Ältere Hände vergleichen TAN-App und TAN-Generator

Früher war die Sache einfach: Man bekam eine Liste mit TAN-Nummern per Post, hakte eine nach der anderen ab, und fertig. Diese Zeiten sind vorbei. Wer heute online eine Überweisung bestätigt, tut das meist über eines von zwei Verfahren: pushTAN oder chipTAN. Manche Banken bieten sogar beide an und überlassen die Wahl den Kundinnen und Kunden.

Genau da entsteht oft Unsicherheit. Auf der Bank-Webseite stehen zwei Fachbegriffe nebeneinander, und niemand erklärt so richtig, was der Unterschied im Alltag bedeutet. Dieser Beitrag ordnet beide Verfahren ein, ohne eines pauschal als das bessere darzustellen. Denn das wäre schlicht nicht wahr. Was gut passt, hängt davon ab, wie Sie Ihr Banking im Alltag erledigen. Grundlagen zum Thema TAN selbst finden Sie in unserem Beitrag Online-Banking sicher nutzen.

Wichtiger Grundsatz

Es gibt kein grundsätzlich „besseres“ TAN-Verfahren. pushTAN ist meist bequemer, chipTAN trennt Banking und Bestätigung strikter. Beides kann sicher sein, wenn man es richtig nutzt.

Warum gibt es überhaupt verschiedene TAN-Verfahren?

Banken müssen bei jeder Überweisung sicherstellen, dass wirklich Sie es sind, die den Auftrag freigeben, und nicht jemand, der sich Zugang zu Ihrem Konto verschafft hat. Diese Bestätigung nennt man TAN, eine Transaktionsnummer, die nur für einen einzigen Vorgang gültig ist. Wie diese TAN erzeugt und übermittelt wird, hat sich im Lauf der Jahre mehrfach verändert, meist aus Sicherheitsgründen oder weil sich die Technik weiterentwickelt hat.

Weil Kundinnen und Kunden ganz unterschiedlich mit ihrem Geld umgehen, halten viele Banken heute mehrere Verfahren parallel bereit. Manche Menschen erledigen ihr komplettes Banking auf dem Smartphone, andere sitzen lieber am Computer und möchten die Bestätigung bewusst auf ein zweites Gerät auslagern. Beide Bedürfnisse sind berechtigt, und beide Verfahren wurden genau dafür entwickelt.

Ein Blick auf die eigene Bank-Webseite oder ins Online-Banking-Menü zeigt meist schnell, welche Verfahren zur Auswahl stehen. Manchmal steht auch ein älteres Verfahren wie die TAN-Liste noch zur Verfügung, wird aber schrittweise abgeschafft. Mehr zum Grundprinzip der TAN selbst lesen Sie im Beitrag Was ist Online-Banking?

Kurze Erinnerung: Was ist eine TAN?

Eine TAN, kurz für Transaktionsnummer, ist eine Art digitale Unterschrift für eine einzelne Bank-Aktion. Sie geben nicht einfach nur Ihr Passwort ein, sondern bestätigen jede Überweisung zusätzlich mit einer eigenen Nummer, die nur für diesen einen Vorgang gilt. Danach verfällt sie und kann nicht wiederverwendet werden.

Zum Verständnis

Stellen Sie sich die TAN wie einen Einmal-Code an der Haustür vor. Der Code öffnet die Tür genau einmal. Danach ist er verbraucht, und für den nächsten Zutritt braucht es einen neuen.

Der Unterschied zwischen pushTAN und chipTAN liegt nicht darin, was eine TAN tut, sondern darin, wie sie erzeugt und wo sie angezeigt wird. Und genau dieser Unterschied entscheidet darüber, welches Verfahren im Alltag angenehmer ist.

PushTAN einfach erklärt

Bei pushTAN läuft alles über eine App auf dem Smartphone, meist die pushTAN-App Ihrer Bank. Wenn Sie eine Überweisung in der Banking-App bestätigen möchten, erhalten Sie automatisch eine Push-Nachricht in der TAN-App. Dort sehen Sie die Details der Überweisung noch einmal, zum Beispiel Betrag und Empfänger, und bestätigen mit einem Fingertipp, oft zusätzlich abgesichert durch Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Der große Vorteil liegt in der Bequemlichkeit. Es gibt kein Zusatzgerät, keine Bankkarte, die man erst suchen muss, und keine Zahlen, die man abtippen muss. Alles passiert auf demselben Smartphone, mit dem Sie ohnehin schon unterwegs sind. Wer viel am Handy erledigt, Rechnungen scannt, unterwegs eine Überweisung freigibt oder einfach lieber mit einem Gerät arbeitet, empfindet pushTAN oft als angenehm.

Eine Sache sollte man dabei aber im Blick behalten. Bei manchen Banken laufen Banking-App und TAN-App auf demselben Smartphone. Das ist bequem, bedeutet aber auch: Wenn dieses eine Gerät verloren geht oder gestohlen wird, sind theoretisch beide Bausteine betroffen. Deshalb ist eine gute Displaysperre bei pushTAN besonders wichtig. Wie Sie Ihre Banking-App sicher einrichten, lesen Sie im Beitrag Banking-App sicher einrichten.

Alltagsszene

Eine Person nutzt fast alles auf dem Smartphone. Rechnung öffnen, Banking-App starten, pushTAN bestätigen, fertig. Genau für diesen Alltag wurde pushTAN gemacht.

ChipTAN einfach erklärt

Bei chipTAN kommt ein kleines Zusatzgerät ins Spiel, der sogenannte TAN-Generator. Das ist ein Gerät in der Größe eines Taschenrechners, manchmal auch etwas kleiner. Sie stecken Ihre Bankkarte hinein, und wenn Sie am Computer oder in der Banking-App eine Überweisung freigeben möchten, erscheint auf dem Bildschirm ein kleines Muster aus flackernden Streifen, die sogenannte Flickercode-Grafik.

Diesen Flickercode halten Sie an die Sensoren des TAN-Generators. Das Gerät liest die Daten der Überweisung optisch ein und zeigt Ihnen die Details, meist Betrag und Kontonummer des Empfängers, noch einmal auf seinem eigenen kleinen Display an. Erst wenn diese Angaben stimmen, drücken Sie eine Bestätigungstaste am Generator, und dieser erzeugt eine TAN, die Sie dann am Computer eingeben.

Der entscheidende Unterschied zu pushTAN: Banking und TAN-Erzeugung laufen auf zwei komplett getrennten Geräten. Der TAN-Generator hat kein Internet, keine App, keine Verbindung zu irgendetwas außer der Bankkarte und dem Flickercode auf dem Bildschirm. Wer Wert darauf legt, dass die Freigabe unabhängig vom Computer oder Smartphone passiert, findet in chipTAN genau diese Trennung.

Alltagsszene

Jemand erledigt seine Überweisungen am Küchentisch mit dem Laptop. Daneben liegen Bankkarte und TAN-Generator griffbereit. Banking auf dem einen Gerät, Bestätigung auf dem anderen. Für diese Person ist genau das der angenehme Teil an chipTAN.

Vergleich: Bequemlichkeit, Sicherheit, Geräte, Kosten

Beide Verfahren gelten als sicher, wenn man sie richtig nutzt und die eigenen Geräte schützt. Die Unterschiede liegen weniger im Sicherheitsniveau selbst als in der Art, wie die Sicherheit hergestellt wird, und wie viel Aufwand im Alltag dazukommt.

Bequemlichkeit

PushTAN gewinnt hier meist, weil alles auf einem Gerät läuft und kein Zusatzteil benötigt wird.

Ein Gerät reicht aus

Trennung von Banking und Freigabe

ChipTAN trennt beide Vorgänge klar. Manche empfinden das als beruhigender, weil ein gestohlenes Smartphone allein nicht ausreicht.

Zwei getrennte Geräte

Benötigte Geräte

Bei pushTAN genügt das Smartphone. Bei chipTAN kommen TAN-Generator und Bankkarte hinzu.

Zusatzgerät bei chipTAN

Kosten

PushTAN ist meist kostenlos. Für chipTAN verlangen manche Banken eine einmalige Gebühr für den TAN-Generator, andere geben ihn kostenlos aus.

Bei der eigenen Bank nachfragen

Wichtig zu wissen: Diese Tabelle ist keine Rangliste. Ein Verfahren, das für die eine Person praktisch ist, kann für eine andere unpraktisch sein. Deshalb lohnt sich der nächste Abschnitt, in dem beide Verfahren konkret einem Alltag zugeordnet werden.

Für wen ist pushTAN praktisch?

PushTAN passt gut, wenn Sie Ihr Banking ohnehin größtenteils am Smartphone erledigen. Wer schon Apps gewohnt bedient, unterwegs mal schnell eine Überweisung freigibt oder einfach nicht zwei verschiedene Geräte mit sich herumtragen möchte, findet in pushTAN eine unkomplizierte Lösung.

Voraussetzung ist allerdings, dass das Smartphone selbst gut geschützt ist. Eine Displaysperre mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung gehört hier dazu, ebenso wie ein bewusster Umgang mit Apps und Berechtigungen. Wer sein Gerät sorgfältig sperrt und Updates zeitnah installiert, kann sich mit pushTAN sehr wohlfühlen. Tipps dazu finden Sie im Beitrag Sichere Passwörter erstellen.

Für wen ist chipTAN praktisch?

ChipTAN eignet sich gut für alle, die Online-Banking hauptsächlich am Computer erledigen, etwa am großen Bildschirm, weil sich Kontoauszüge und Überweisungsformulare dort einfach besser lesen lassen. Wer zudem grundsätzlich lieber zwei getrennte Geräte nutzt, ein Gerät fürs Banking und ein zweites nur für die Freigabe, findet in chipTAN genau dieses Prinzip.

Etwas Geduld braucht es am Anfang schon. Den Flickercode korrekt vor den TAN-Generator zu halten, erfordert ein wenig Übung, meist zwei oder drei Versuche, bis es sitzt. Danach läuft es routiniert. Wer nicht möchte, dass sämtliches Banking nur auf dem Smartphone stattfindet, empfindet den TAN-Generator oft als angenehme, greifbare Kontrolle.

Was tun bei Smartphone-Verlust?

Geht das Smartphone verloren oder wird es gestohlen, sollten Nutzer von pushTAN schnell handeln. Die Bank verfügt in der Regel über eine Sperr-Hotline, unter der sich sowohl die Banking-App als auch die pushTAN-Funktion sofort sperren lassen. Zusätzlich hilft der zentrale Sperr-Notruf 116 116, über den sich auch andere Karten und Zugänge sperren lassen.

Wichtig bei Verlust

Sperren Sie im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig. Ein Anruf bei der Bank kostet wenig Zeit, ein missbrauchtes Konto deutlich mehr Nerven.

Bei chipTAN-Nutzern ist die Lage etwas entspannter, sofern nur das Smartphone verloren geht und der TAN-Generator zu Hause liegt. Da Banking-Freigabe und Smartphone getrennt sind, kann mit dem verlorenen Gerät allein noch keine Überweisung bestätigt werden. Trotzdem gilt: Wurde gleichzeitig die Banking-App auf dem Smartphone genutzt, sollte auch hier sicherheitshalber gesperrt werden.

Was tun bei defektem TAN-Generator?

Fällt der TAN-Generator herunter, geht die Batterie zur Neige oder funktioniert das Gerät plötzlich nicht mehr, ist das ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Meist reicht ein Anruf beim Kundenservice der eigenen Bank. Dort erhalten Sie entweder einen Ersatz-Generator oder werden vorübergehend auf ein anderes TAN-Verfahren umgestellt, sofern verfügbar.

Ein Tipp aus der Praxis: Notieren Sie sich die Servicenummer Ihrer Bank an einem festen Ort, zum Beispiel neben dem Generator selbst oder in einem kleinen Ordner mit wichtigen Unterlagen. Im Ernstfall spart das wertvolle Zeit, gerade wenn eine dringende Überweisung ansteht.

Entscheidungshilfe

Am Ende hilft oft eine einfache Überlegung: Womit erledigen Sie Ihr Banking im Alltag meistens, dem Smartphone oder dem Computer? Und möchten Sie lieber ein einziges Gerät nutzen oder empfinden Sie die Trennung zwischen Banking und Freigabe als beruhigender?

PushTAN passt oft gut, wenn

  • Sie Ihr Banking hauptsächlich am Smartphone erledigen
  • Sie mit Apps grundsätzlich gut zurechtkommen
  • Ihr Smartphone gut gesperrt und geschützt ist
  • Sie möglichst wenig Zusatzgeräte mit sich führen möchten

ChipTAN passt oft gut, wenn

  • Sie Online-Banking vor allem am Computer nutzen
  • Sie Banking und Freigabe lieber getrennt halten
  • Ihnen ein kleiner TAN-Generator keine Probleme bereitet
  • Sie nicht möchten, dass alles nur auf dem Smartphone läuft
Zur Klärung mit der Bank

Nicht jede Bank bietet beide Verfahren an. Manche Institute setzen inzwischen nur noch auf pushTAN, andere nur auf chipTAN. Welche Optionen bei Ihrer Bank zur Verfügung stehen, sehen Sie im Online-Banking-Menü oder erfahren es direkt am Bankschalter.

TAN-Generatoren sollten übrigens nur passend zur eigenen Bank gekauft oder direkt über die Bank bezogen werden. Ein Generator eines anderen Instituts funktioniert in der Regel nicht mit Ihrer Bankkarte.

Häufig gestellte Fragen

Ist pushTAN besser als chipTAN?
Nicht grundsätzlich. Es hängt davon ab, wie Sie Online-Banking im Alltag nutzen und welches Gerät Sie dafür bevorzugen.
Brauche ich für chipTAN ein Zusatzgerät?
Ja, meist einen TAN-Generator und die passende Bankkarte. Beides erhalten Sie in der Regel direkt bei Ihrer Bank.
Kann ich pushTAN und Banking-App auf demselben Smartphone nutzen?
Bei vielen Banken ist das möglich. In diesem Fall sollte das Smartphone besonders gut geschützt sein, etwa mit Displaysperre und aktuellen Updates.
Was ist für Einsteiger einfacher?
PushTAN gilt oft als bequemer im Einstieg. ChipTAN kann aber für Menschen angenehm sein, die Banking lieber am Computer erledigen und eine klare Trennung schätzen.

Fazit

Weder pushTAN noch chipTAN ist die grundsätzlich richtige Wahl. Beide Verfahren wurden für unterschiedliche Gewohnheiten entwickelt, und beide gelten als sicher, solange Sie Ihre Geräte sorgfältig schützen. Wer viel am Smartphone erledigt, fährt mit pushTAN meist gut. Wer Banking und Freigabe lieber trennt oder hauptsächlich am Computer arbeitet, ist mit chipTAN oft zufriedener.

  • PushTAN ist meist bequemer, läuft komplett auf dem Smartphone.
  • ChipTAN trennt Banking und Freigabe strikt, erfordert aber ein Zusatzgerät.
  • Bei Verlust oder Defekt hilft in beiden Fällen ein schneller Anruf bei der Bank.

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FD
Friedhelm Deussner Gründer von Digital ab 60

Friedhelm erklärt digitale Themen verständlich und ohne Fachchinesisch, speziell für Menschen ab 60.

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