Fake-Shops erkennen – worauf Senioren achten sollten
Online einkaufen ist bequem - leider nutzen Betrüger das aus und bauen gefälschte Shops, die auf den ersten Blick echt wirken. Die gute Nachricht: Viele Fake-Shops erkennt man an bestimmten Warnzeichen.
Online einkaufen ist bequem. Man kann Preise vergleichen, Produkte nach Hause liefern lassen und auch Dinge finden, die es im Geschäft vor Ort nicht gibt. Leider nutzen Betrüger genau das aus. Sie bauen gefälschte Online-Shops, die auf den ersten Blick echt wirken.
Die gute Nachricht: Viele Fake-Shops erkennt man an bestimmten Warnzeichen. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie vor einer Bestellung achten sollten.
Was ist ein Fake-Shop?
Ein Fake-Shop ist ein gefälschter Online-Shop. Er sieht aus wie ein normaler Shop, verkauft aber entweder gar keine Ware, minderwertige Ware oder versucht, persönliche Daten und Zahlungsdaten zu sammeln.
Sie bestellen ein Produkt, bezahlen im Voraus, aber die Ware kommt nie an. Manchmal kommt stattdessen etwas völlig anderes, oft minderwertige Ware aus Fernost, die mit dem bestellten Artikel kaum etwas zu tun hat.
Die wichtigsten Warnzeichen
Kein einzelnes Warnzeichen beweist für sich allein, dass ein Shop unseriös ist. Aber je mehr dieser Punkte zusammenkommen, desto vorsichtiger sollten Sie sein.
Der Preis ist auffällig günstig
Ein Markenprodukt kostet überall 199 Euro, in diesem Shop aber nur 59 Euro. Sehr günstige Preise sind nicht automatisch Betrug, aber sie sollten vorsichtig machen, besonders wenn der Unterschied zu anderen Anbietern sehr groß ist.
Es gibt kein richtiges Impressum
Ein seriöser deutscher Online-Shop sollte ein Impressum haben. Dort stehen normalerweise Angaben zum Betreiber, zur Anschrift und zu Kontaktmöglichkeiten.
Es ist nur Vorkasse möglich
Dieser Punkt ist besonders wichtig. Wenn nur Überweisung oder Vorkasse möglich ist, sollte man vorsichtig sein. Ist das Geld einmal überwiesen, ist es oft schwer zurückzubekommen. Besser sind Zahlungsarten mit Käuferschutz oder Rechnung, wenn diese verfügbar sind.
Die Internetadresse sieht merkwürdig aus
Achten Sie auf viele Bindestriche, Schreibfehler im Namen, komische Endungen, eine Adresse, die nicht zum Shopnamen passt, oder eine bekannte Marke mit leicht verändertem Namen. Aus „marken-shop.de“ wird dann plötzlich „marken-shop24-billig.com“.
Schlechte Sprache oder viele Fehler
Viele Fake-Shops arbeiten mit automatisch übersetzten Texten. Das erkennt man oft an seltsamen Formulierungen, vielen Rechtschreibfehlern oder unnatürlicher Sprache. Vorsicht aber: Nicht jeder einzelne Fehler bedeutet gleich Betrug, auch seriöse kleine Shops haben mal einen Tippfehler.
Keine echten Bewertungen
Wenn ein Shop nur extrem gute Bewertungen hat oder man außerhalb der Shop-Seite kaum Informationen findet, sollte man genauer prüfen.
Suchen Sie den Shopnamen zusammen mit „Erfahrungen“ oder „Betrug“ bei Google. Echte Erfahrungsberichte von anderen Käufern finden sich meist außerhalb der Shop-Seite selbst.
Zeitdruck und künstliche Knappheit
Formulierungen wie „Nur noch heute“, „Nur noch 2 Stück verfügbar“ oder „70 Prozent Rabatt nur für 10 Minuten“ sollen verhindern, dass man in Ruhe nachdenkt. Genau das ist der Trick dabei.
Checkliste vor der Bestellung
Ist der Online-Shop vertrauenswürdig?
- Gibt es ein vollständiges Impressum?
- Gibt es mehrere Kontaktmöglichkeiten?
- Ist der Preis realistisch?
- Gibt es sichere Zahlungsarten?
- Gibt es echte Bewertungen außerhalb des Shops?
- Ist die Internetadresse korrekt geschrieben?
- Werden Sie nicht unter Zeitdruck gesetzt?
- Finden Sie klare Informationen zu Versand und Rückgabe?
Wenn mehrere Punkte nicht stimmen, bestellen Sie lieber nicht.
Sichere Zahlungsarten einfach erklärt
Dieser Abschnitt ist wichtig, weil viele Betrugsfälle über Vorkasse laufen.
Eher sicher
- Kauf auf Rechnung
- PayPal mit Käuferschutz
- Kreditkarte mit möglicher Reklamation
- Bekannte Zahlungsanbieter
Vorsicht bei
- Direkter Banküberweisung
- Vorkasse an unbekannte Händler
- Zahlung per Kryptowährung
- Gutscheinkarten oder ungewöhnlichen Zahlungsmethoden
Überweisen Sie kein Geld an unbekannte Shops, wenn Sie sich unsicher fühlen. Im Zweifel lieber einen Tag warten und nochmal in Ruhe prüfen.
Was tun, wenn Sie in einem Fake-Shop bestellt haben?
Auch wenn es unangenehm ist: Sie sind nicht allein. Fake-Shops sind oft sehr professionell gemacht und können jeden täuschen, auch technisch versierte Menschen.
Bestellbestätigung, E-Mails und Zahlungsbelege aufbewahren.
Falls ein Kundenkonto beim Shop angelegt wurde.
Falls Kartendaten eingegeben wurden.
Wenn tatsächlich Geld verloren ging.
Wenn von dort neue Forderungen kommen.
Auch andere Betrugsmaschen im Blick behalten
Fake-Shops sind nur eine von vielen Betrugsmaschen im Internet. Oft kommen die ersten Kontakte auch über gefälschte E-Mails oder Nachrichten, die zum Fake-Shop führen.
Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag Online-Betrug erkennen. Wenn Sie eine verdächtige E-Mail erhalten haben, hilft Ihnen unser Beitrag Phishing erkennen weiter, und wenn Sie Ihr Kundenkonto schützen möchten, lesen Sie sichere Passwörter erstellen.
Fazit
Fake-Shops sehen oft täuschend echt aus, aber bestimmte Warnzeichen wiederholen sich immer wieder: unrealistisch günstige Preise, fehlendes Impressum, nur Vorkasse, eine merkwürdige Internetadresse und künstlicher Zeitdruck. Wer vor einer Bestellung kurz die Checkliste durchgeht, schützt sich deutlich besser vor unangenehmen Überraschungen.
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