Smartphone zeigt Datenvolumen-Anzeige – Digital ab 60
Im Bus sitzen und kurz nachschauen, wann er ankommt. Beim Spaziergang ein Foto der Landschaft an die Kinder schicken. Zu Hause läuft das alles automatisch und kostenlos über das WLAN. Unterwegs übernimmt eine andere Technik diese Aufgabe - und genau hier taucht das berüchtigte Wort "Datenvolumen" auf.

Was bedeutet "Datenvolumen"?

Man kann sich das Datenvolumen wie einen digitalen Reiseproviant vorstellen. Beim Abschluss eines Handyvertrags buchen Sie immer eine bestimmte Menge Internet für unterwegs dazu, gemessen in Gigabyte (GB). Das ist Ihr Rucksack voller Proviant für den laufenden Monat.

Eine einfache Vorstellung

Jedes Mal, wenn Sie unterwegs eine Internetseite öffnen, ein Foto empfangen oder die Navigation nutzen, wird ein kleiner Teil dieses Proviants aufgegessen. Am Ersten des neuen Monats macht der Anbieter Ihren Rucksack automatisch wieder komplett voll.

WLAN oder mobile Daten: Wo liegt der Unterschied?

Damit keine Angst vor hohen Kosten entsteht, lohnt sich dieser Vergleich.

WLAN zu Hause

Wie der Wasserhahn in der Küche

Läuft unbegrenzt und kostet keinen Cent extra, egal wie viele Stunden Sie surfen oder Filme schauen.

Mobile Daten unterwegs

Wie eine mitgebrachte Wasserflasche

Die Flasche hat nur eine bestimmte Größe. Ist sie leer getrunken, gibt es erst im nächsten Monat eine neue.

Merksatz für den Alltag: Sobald Sie zu Hause sind, schalten Sie das Handy nicht aus, sondern lassen Sie es mit dem WLAN verbunden. So verbrauchen Sie keinen teuren Reiseproviant.

Was verbraucht wie viel Datenvolumen?

Zählen müssen Sie nichts. Normale Textnachrichten verbrauchen so gut wie nichts, ins Gewicht fallen vor allem Bilder und Videos.

Was Sie am Smartphone tunVerbrauch
WhatsApp-Textnachrichten schreibenSehr gering
Im Internet lesen, etwa NachrichtenGering
Routenplaner oder Navigation nutzenGering bis mittel
Fotos über WhatsApp senden oder empfangenMittel
Musik oder Radio unterwegs hörenMittel bis hoch
Videoanrufe, etwa mit den EnkelnSehr hoch
Filme schauen, etwa Mediathek oder YouTubeExtrem hoch

Was passiert, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist?

Viele befürchten, dass das Internet plötzlich horrende Summen kostet, sobald das monatliche Volumen verbraucht ist. An dieser Stelle können wir beruhigen.

Bei fast allen Verträgen wird das Internet weder abgestellt noch automatisch teurer. Es wird stattdessen stark gedrosselt. Das Handy wird dann langsam wie eine Schnecke, Textnachrichten kommen meist noch durch, Internetseiten laden aber kaum noch.

Vorsicht: Datenautomatik

Einige wenige Verträge buchen bei leerem Volumen automatisch und kostenpflichtig neues Datenvolumen nach, etwa für 2 Euro. Prüfen Sie in den Vertragsunterlagen, ob dieses Wort dort auftaucht, und lassen Sie die Funktion im Zweifel beim Kundenservice abschalten.

Fünf Tricks zum Datenvolumen sparen

  • 1
    Immer mit WLAN verbindenZu Hause oder bei den Kindern zu Besuch das dortige WLAN nutzen, statt mobile Daten.
  • 2
    Videos aufsparenLange Beiträge aus der Mediathek lieber im Heim-WLAN ansehen statt im Bus.
  • 3
    Updates nur zu HauseIn den Einstellungen festlegen, dass App-Updates nur im WLAN geladen werden.
  • 4
    Karten vorher ladenVor einer Fahrradtour die Umgebungskarte im Routenplaner schon zu Hause herunterladen.
  • 5
    WhatsApp bändigenAutomatischen Download von Fotos und Videos unterwegs in den Einstellungen abschalten.

Vorsicht im Urlaub: Internet auf Reisen

Im Urlaub gelten für das Datenvolumen besondere Regeln, je nachdem wohin die Reise geht.

Innerhalb der EU

Spanien, Italien, Österreich und Co.: Dank EU-Gesetz lässt sich das Datenvolumen dort fast immer genauso nutzen wie in Deutschland, ohne Aufpreis.

Außerhalb der EU

Schweiz, Türkei, Ägypten und Co.: Hier greift das normale Datenvolumen nicht. Schon ein kurzes Einschalten des Internets kann mehrere Euro pro Megabyte kosten.

An der Grenze zur Schweiz oder im Flieger in die Türkei deshalb am besten die mobilen Daten am Handy komplett ausschalten und im Urlaub nur das kostenlose Hotel-WLAN nutzen.

Wie viel Gigabyte braucht man eigentlich?

Bei einem neuen Vertrag stehen oft Zahlen wie 5 GB, 10 GB oder 50 GB im Raum. Was davon sinnvoll ist, hängt vom eigenen Nutzungsverhalten ab.

Gelegenheitsnutzer

3 bis 5 GB reichen völlig, wenn unterwegs nur ab und zu WhatsApp genutzt, Mails gelesen oder mal etwas gegoogelt wird.

Aktiver Nutzer

10 bis 15 GB sind ideal, wenn oft Familienbilder empfangen werden oder das Handy häufig als Navigationsgerät im Auto dient.

Dauer-Surfer

Ab 20 GB lohnt sich, wer viel im Wohnmobil reist und unterwegs regelmäßig Serien oder Mediatheken auf dem Tablet schaut.

Häufige Fragen

Reine Textnachrichten verbrauchen fast nichts. Ein Foto zieht etwas mehr, ein längerer Videoanruf dagegen erheblich. Für Videoanrufe lohnt sich daher meist das WLAN zu Hause.
Die meisten Mobilfunkanbieter, etwa Telekom, Vodafone oder Aldi Talk, bieten eine eigene App fürs Smartphone an. Dort zeigt eine Art Tankanzeige sofort, wie viel Volumen noch übrig ist.
Nein. Es reicht, in der Menüleiste oben am Handy das Symbol für "Mobile Daten" anzutippen und auszuschalten. Anrufe sind dann weiterhin ganz normal möglich.

Fazit: Bewusst nutzen, entspannt surfen

Datenvolumen ist kein Buch mit sieben Siegeln. Zu Hause fließt das Internet wie ein endloser Wasserhahn, unterwegs steht nur eine kleine Wasserflasche im Rucksack zur Verfügung.

Wer datenfressende Videos einfach bis zum heimischen Sofa aufspart, kann das Smartphone völlig entspannt nutzen, und sich an der Freiheit erfreuen, von überall aus mit der Welt verbunden zu sein.

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FD
Friedhelm Deussner Autor & Gründer, Digital ab 60

Ich helfe Menschen ab 60, sicher und selbstständig mit digitalen Geräten umzugehen – verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch.