Standort ein- und ausschalten
Fragt eine App nach Ihrem Standort, wird vielen Menschen erst einmal etwas mulmig. Dabei steckt hinter dieser Funktion oft nichts Bedrohliches, sondern eine praktische Hilfe für Karten, Wetter und Navigation. Hier erfahren Sie in Ruhe, wie Sie den Standort ein- und ausschalten und selbst entscheiden, wer darauf zugreifen darf.
KI-generiertes Bild
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„Diese App möchte auf Ihren Standort zugreifen“ – diese kleine Meldung kennt inzwischen fast jeder, der ein Smartphone besitzt. Manche tippen schnell auf „Erlauben“, ohne groß nachzudenken. Andere zögern, weil sie nicht genau wissen, was danach eigentlich passiert und wer am Ende sehen kann, wo sie sich gerade befinden.
Beides ist nachvollziehbar. Der Standort ist eine nützliche Funktion, keine Frage. Ohne sie würde eine Navigations-App gar nicht wissen, wo die Route beginnen soll. Gleichzeitig ist es sinnvoll, nicht jeder App dauerhaft und ohne Nachdenken Zugriff zu geben. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie Standortdienste bei Android und beim iPhone ein- und ausschalten, wie Sie einzelnen Apps den Zugriff erlauben oder verweigern, und woran Sie erkennen, welche Einstellung für Sie persönlich sinnvoll ist. Grundlegendes zu den Smartphone-Einstellungen finden Sie in einem eigenen Beitrag.
Standort ist keine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Sie können für jede App einzeln festlegen, ob und wann sie Ihren Standort sehen darf.
Was bedeutet Standort am Smartphone?
Wenn eine App „Standort“ anfragt, möchte sie wissen, wo sich Ihr Gerät gerade befindet. Das Smartphone ermittelt das nicht durch Raten, sondern über mehrere Quellen gleichzeitig: GPS-Satelliten, das WLAN-Netzwerk in der Nähe und die Mobilfunkmasten, mit denen es verbunden ist. Aus diesen Informationen berechnet das Gerät einen recht genauen Punkt auf der Landkarte, meist auf wenige Meter genau.
Diese Berechnung passiert im Hintergrund und ist erst einmal neutral. Problematisch wird es nur dann, wenn eine App diese Information dauerhaft speichert, weitergibt oder nutzt, ohne dass Sie davon wissen. Deshalb fragt jedes moderne Smartphone-Betriebssystem beim ersten Start einer App ausdrücklich nach, ob der Standort freigegeben werden darf. Diese Nachfrage ist kein Misstrauen gegenüber der App, sondern ein eingebauter Schutzmechanismus für Sie.
Stellen Sie sich den Standort wie einen kleinen Kompass in der Hosentasche vor. Er weiß, wo Sie gerade stehen, sagt es aber nur denjenigen, denen Sie es ausdrücklich erlauben.
Wofür wird der Standort genutzt?
Im Alltag begegnet Ihnen die Standortfunktion häufiger, als Sie vielleicht denken. Manchmal ganz offensichtlich, manchmal ganz beiläufig im Hintergrund.
Die Wetter-App zeigt automatisch das Wetter für den aktuellen Ort, ohne dass Sie eine Stadt eintippen müssen. Dafür braucht sie den Standort, aber nicht unbedingt ständig im Hintergrund. Bei der Navigation zum Arzt oder zu einem Restaurant ist der Standort dagegen unverzichtbar: Das Smartphone muss wissen, wo die Fahrt beginnt, um überhaupt eine Route berechnen zu können. Beim Fotografieren wiederum kann der Standort im Bild gespeichert werden. Das ist praktisch, wenn Sie später wissen wollen, wo ein Urlaubsfoto entstanden ist, aber nicht jeder möchte, dass diese Information in jedem verschickten Foto steckt.
Karten und Navigation
Zeigt die Route von Ihrem aktuellen Standort zum Ziel, etwa zum Arzt oder zu Bekannten.
Standort meist zwingend nötigWetter-Apps
Zeigt automatisch das Wetter für Ihren Ort, ohne manuelle Eingabe.
Reicht meist „nur während Nutzung“Notfall- und Fahrplan-Apps
Zeigen die nächste Haltestelle oder senden im Notfall Ihren Standort.
Kann lebenswichtig seinFotos und soziale Medien
Speichert oder zeigt, wo ein Foto aufgenommen wurde.
Standort hier oft nicht nötigStandort bei Android ein- und ausschalten
Bei Android-Geräten lässt sich die Standortfunktion zentral für das gesamte Gerät ein- oder ausschalten. Die genaue Bezeichnung kann je nach Hersteller leicht abweichen, der grundsätzliche Weg ist aber überall ähnlich.
Tippen Sie auf dem Startbildschirm auf das Zahnrad-Symbol für die Einstellungen.
Suchen Sie den Eintrag „Standort“ oder „Standortdienste“, manchmal auch unter „Sicherheit und Datenschutz“ zu finden. Nutzen Sie bei Bedarf die Suchfunktion oben in den Einstellungen.
Oben auf der Seite finden Sie einen Schalter, mit dem Sie den Standort für das gesamte Gerät ein- oder ausschalten können. Ist er ausgeschaltet, kann keine App mehr auf den Standort zugreifen, unabhängig davon, was Sie ihr einzeln erlaubt haben.
Manche Geräte bieten zusätzlich eine „genaue Standortbestimmung“. Ist diese aktiviert, arbeitet das Smartphone genauer, verbraucht dafür aber etwas mehr Akku.
Bei den meisten Android-Geräten lässt sich der Standort auch über das Schnelleinstellungsmenü ein- und ausschalten. Wischen Sie dazu vom oberen Bildschirmrand nach unten und suchen Sie das Symbol mit dem kleinen Standort-Punkt.
Standort beim iPhone ein- und ausschalten
Beim iPhone heißt die Funktion „Standortdienste“ und findet sich ebenfalls zentral in den Einstellungen.
Tippen Sie auf das Symbol mit dem Zahnrad.
Scrollen Sie in den Einstellungen nach unten und tippen Sie auf „Datenschutz & Sicherheit“.
Tippen Sie ganz oben auf „Standortdienste“.
Mit dem obersten Schalter schalten Sie die Standortdienste für das gesamte iPhone ein oder aus. Darunter finden Sie eine Liste aller Apps, die Standort verwenden möchten, jeweils mit eigener Einstellung.
Sie müssen den Standort nicht komplett abschalten, um vorsichtig zu sein. Meist reicht es, einzelnen Apps den Zugriff zu verweigern oder auf „nur während Nutzung“ zu stellen.
Standortzugriff einzelner Apps prüfen
Der zentrale Schalter ist die eine Ebene, die App-Berechtigung die andere. Bei beiden Systemen können Sie in derselben Standort-Übersicht sehen, welche Apps überhaupt schon einmal nach dem Standort gefragt haben, und für jede einzelne festlegen, wie viel sie erfahren darf.
Meist stehen Ihnen drei Optionen zur Auswahl: „Immer“, „Nur während der Nutzung der App“ und „Nie“. Bei „Immer“ kann eine App auch dann auf den Standort zugreifen, wenn Sie sie gerade gar nicht geöffnet haben, etwa im Hintergrund. Bei „Nur während der Nutzung“ funktioniert der Zugriff ausschließlich, solange die App auf dem Bildschirm geöffnet ist. Und „Nie“ blockiert den Zugriff vollständig, unabhängig davon, wie oft die App danach fragt.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Navigations-App braucht den Standort meist nur, solange Sie gerade unterwegs sind und die Route verfolgen. Für diese Zeit ist „Nur während der Nutzung“ vollkommen ausreichend. Eine Wetter-App, die Sie morgens früh öffnen und dann wieder schließen, benötigt in aller Regel ebenfalls keinen dauerhaften Hintergrundzugriff.
Fragt eine App, die eigentlich gar nichts mit Standort zu tun hat, etwa eine Taschenlampen-App oder ein einfaches Spiel, trotzdem nach dem Standort, ist Vorsicht angebracht. Solche Anfragen können ein Hinweis darauf sein, dass die App Daten sammelt, die sie eigentlich gar nicht braucht.
Welche Einstellung ist sinnvoll?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es hier nicht, weil es stark davon abhängt, welche Apps Sie tatsächlich nutzen und wie wichtig Ihnen einzelne Funktionen sind. Grundsätzlich gilt aber: Für die meisten Apps ist „Nur während der Nutzung“ die vernünftigste Wahl. Sie bekommen dann alle praktischen Vorteile, ohne dass im Hintergrund dauerhaft mitgelesen wird, wo Sie sich gerade befinden.
Eine Ausnahme sind Apps, bei denen der Hintergrundzugriff tatsächlich einen Zweck erfüllt, etwa eine Notfall-App, die im Ernstfall automatisch Ihren Standort an Angehörige oder Rettungsdienste weitergeben soll. Hier kann „Immer“ sinnvoll sein, weil der Notfall ja nicht ankündigt, wann er eintritt. Bei allen anderen Apps, die keinen erkennbaren Bezug zum Standort haben, ist „Nie“ meist die richtige Entscheidung.
Wer den Standort insgesamt lieber selten nutzt, kann ihn auch ausgeschaltet lassen und nur bei Bedarf kurz aktivieren, etwa vor einer längeren Autofahrt mit Navigation. Das erfordert zwar einen zusätzlichen Handgriff, gibt dafür aber die volle Kontrolle zurück.
Smartphone-Halterung fürs Auto
Wer die Navigation häufiger nutzt, freut sich über eine feste Halterung am Armaturenbrett. So bleibt das Smartphone gut sichtbar und die Hände bleiben frei.
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Datenschutz und Sicherheit
Standortdaten gehören zu den empfindlicheren Informationen, die ein Smartphone sammeln kann. Sie verraten nicht nur, wo Sie gerade sind, sondern über einen längeren Zeitraum betrachtet auch Muster: wann Sie zu Hause sind, wo Sie einkaufen, wen Sie regelmäßig besuchen. Genau deshalb lohnt es sich, gelegentlich einen Blick in die Liste der Apps mit Standortzugriff zu werfen und zu prüfen, ob diese Liste noch zu dem passt, was Sie tatsächlich nutzen.
Manche Apps zeigen zudem an, wie oft sie in letzter Zeit auf den Standort zugegriffen haben. Diese Übersicht ist hilfreich, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Apps im Hintergrund aktiv sind. Wer dort etwas Unerwartetes entdeckt, etwa eine App, die deutlich häufiger zugreift, als es sinnvoll erscheint, sollte die Berechtigung zurücknehmen oder die App genauer prüfen. Mehr zu grundlegenden Einstellungen rund um Ihre Privatsphäre finden Sie im Beitrag Datenschutz-Einstellungen nutzen.
Ein weiterer Aspekt betrifft Betrug und Manipulation. Nur in seltenen Fällen versuchen unseriöse Apps, über den Standort zusätzliche persönliche Profile zu erstellen und weiterzuverkaufen. Ein gesunder Argwohn gegenüber Apps unbekannter Herkunft, die plötzlich weitreichende Berechtigungen verlangen, ist deshalb immer angebracht. Auch beim Umgang mit Links und Nachrichten von unbekannten Absendern lohnt sich Vorsicht, wie im Beitrag Online-Betrug erkennen beschrieben.
Typische Probleme
Powerbank für unterwegs
Navigation mit eingeschaltetem Standort verbraucht spürbar mehr Akku. Eine kleine Powerbank in der Tasche gibt Sicherheit auf längeren Fahrten oder Ausflügen.
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Checkliste für den Standort
- Ist der Standort insgesamt nur dann eingeschaltet, wenn Sie ihn brauchen?
- Steht bei den meisten Apps „Nur während der Nutzung“ statt „Immer“?
- Haben nur Apps mit erkennbarem Bezug überhaupt Zugriff auf den Standort?
- Wurde die Liste der Apps mit Standortzugriff kürzlich überprüft?
Fazit
Der Standort am Smartphone ist eine nützliche Funktion, keine Bedrohung. Er hilft bei Karten, Wetter, Navigation und im Notfall. Wichtig ist nur, ihn bewusst einzusetzen und nicht jeder App unbesehen dauerhaften Zugriff zu erlauben.
- Standortdienste lassen sich bei Android und iPhone zentral ein- und ausschalten.
- Für die meisten Apps reicht „Nur während der Nutzung“ vollkommen aus.
- Ein regelmäßiger Blick auf die App-Berechtigungen lohnt sich.
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- Prüfen Sie Ihre Datenschutz-Einstellungen.
- Erfahren Sie mehr über Smartphone-Einstellungen allgemein.
- Lernen Sie, wie Sie Online-Betrug erkennen können.
Häufig gestellte Fragen
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