Energiesparen

Stromverbrauch reduzieren: Smart Home sinnvoll nutzen

Strommessgeräte, smarte Steckdosen und Zeitpläne können helfen, unnötige Laufzeiten zu erkennen und zu reduzieren. Entscheidend ist, zuerst zu messen und nur sinnvolle Geräte zu automatisieren.

Lesezeit: ca. 14 MinutenAutor: Friedhelm Deussner
Ältere Person prüft den Stromverbrauch einer smarten Steckdose mit dem Smartphone KI-generiertes Bild
Senior nutzt Smartphone und smarte Steckdose, um Stromverbrauch im Haushalt zu reduzieren KI-generiertes Bild

Stromverbrauch reduzieren beginnt oft mit einfachen Fragen: Welche Geräte laufen unnötig lange? Welche bleiben dauerhaft im Bereitschaftsbetrieb? Und welche davon lassen sich gefahrlos zeitweise abschalten?

Typische Beispiele sind Dekobeleuchtung, Steh- und Tischlampen oder bestimmte Zusatzgeräte. Bei Fernsehern, Routern, Receivern und anderen modernen Geräten sollte man dagegen zuerst prüfen, ob vollständiges Abschalten Updates, Aufnahmen oder andere Hintergrundfunktionen beeinträchtigt.

Genau hier kann Smart Home helfen. Nicht kompliziert und nicht mit einem komplett vernetzten Haus. Schon eine smarte Steckdose oder ein einfaches Strommessgerät reicht, um den Verbrauch sichtbar zu machen. Danach lässt sich besser entscheiden, wo sich eine automatische Abschaltung wirklich lohnt.

Wichtiger Grundsatz

Smart Home spart nicht von allein Strom. Es hilft Ihnen dabei, Geräte bewusster zu nutzen und unnötigen Verbrauch leichter zu vermeiden.

Stromfresser erkennen: Wo geht Strom verloren?

Viele Haushalte haben kleine Stromfresser, die im Alltag kaum auffallen. Das kann ein älterer Fernseher sein, ein Receiver, ein Drucker, eine Dekolampe oder Zubehör am Computer. Auch der Standby-Betrieb spielt eine Rolle. Ein Gerät wirkt ausgeschaltet, verbraucht aber trotzdem Strom.

Das Umweltbundesamt empfiehlt grundsätzlich, Geräte vollständig auszuschalten, wenn sie nicht genutzt werden und im Leerlauf Strom verbrauchen. Abschaltbare Steckdosenleisten oder smarte Steckdosen können dabei helfen, weil man nicht jedes Gerät einzeln ausstecken muss.

Alltagssituation

Stellen Sie sich den Fernsehabend vor: Fernseher, Receiver und Soundbar sind aus. Trotzdem leuchten kleine Lämpchen weiter. Das sieht harmlos aus, kann sich aber über viele Tage und Nächte summieren.

Strom messen: So bekommen Sie Klarheit

Bevor Sie etwas ändern, ist Messen oft der beste erste Schritt. Ein Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt. Danach zeigt es an, wie viel Strom das angeschlossene Gerät verbraucht. Besonders interessant ist der Verbrauch, wenn das Gerät scheinbar ausgeschaltet ist.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Haushaltsgeräte echte Stromfresser sein können. In vielen Beratungsstellen können Strommessgeräte ausgeliehen werden. So muss man nicht sofort ein eigenes Gerät kaufen und kann trotzdem zu Hause prüfen, welche Geräte auffällig sind.

Ein guter Anfang

Messen Sie zuerst Geräte, die sehr lange eingesteckt bleiben: Fernsehecke, Drucker, Ladegeräte, ältere Lampen oder Computerzubehör.

Alternativ übernimmt eine smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung diese Aufgabe. Sie zeigt den Verbrauch direkt in der App an. Das ist praktisch, wenn Sie später auch Zeitpläne oder eine Fernsteuerung nutzen möchten. Mehr dazu finden Sie im Beitrag Energieverbrauch überwachen.

Smarte Steckdosen: Kleine Helfer gegen unnötigen Verbrauch

Eine smarte Steckdose wird zwischen Wandsteckdose und Gerät gesteckt. Danach lässt sich das angeschlossene Gerät per App, Zeitplan oder Sprachbefehl ein- und ausschalten. Modelle mit Verbrauchsmessung zeigen zusätzlich an, wie viel Strom das Gerät zieht.

Wichtig ist ein ehrlicher Blick: Auch eine smarte Steckdose benötigt selbst eine kleine Menge Strom. Deshalb lohnt sie sich besonders dort, wo sie mehr unnötigen Verbrauch verhindert, als sie selbst benötigt. Bei einer Lampe, die jeden Abend vergessen wird, kann das sinnvoll sein. Bei einem Gerät, das ohnehin nur selten eingesteckt ist, eher weniger.

Praktische Helfer zum Stromsparen

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Smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung

  • zeigt den Stromverbrauch in der App
  • hilft beim Erkennen von Stromfressern
  • kann Zeitpläne und Fernsteuerung ermöglichen
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Einfaches Strommessgerät

  • wird direkt zwischen Steckdose und Gerät gesteckt
  • zeigt Verbrauch in Watt und Kilowattstunden
  • gut geeignet für erste Messungen zu Hause
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Smart Home ist nicht gleich WLAN

Smarte Steckdosen können über WLAN, Matter, Thread, Zigbee oder eine Bridge arbeiten. Für das Stromsparen ist aber weniger der Funkstandard entscheidend als die Frage, ob die Steckdose zuverlässig misst und nur dort eingesetzt wird, wo tatsächlich unnötiger Verbrauch entsteht.

Welche Geräte eignen sich für smarte Abschaltungen?

Nicht jedes Gerät sollte automatisch vom Strom getrennt werden. Für den Anfang eignen sich Geräte, bei denen kein Risiko entsteht, wenn sie ausgeschaltet werden. Besonders gut sind Lampen, Dekobeleuchtung oder kleine Geräte ohne Hitzeentwicklung.

Gut geeignet

  • Steh- und Tischlampen
  • Dekobeleuchtung und Lichterketten
  • Radio oder kleiner Lautsprecher
  • Drucker, wenn er nach dem Einschalten normal startet
  • Computerzubehör
  • Gartenbeleuchtung mit geeigneter Außensteckdose

Eher nicht geeignet

  • Kühlschrank und Gefrierschrank
  • medizinische Geräte
  • Heizlüfter und Bügeleisen
  • Wasserkocher und Kaffeemaschinen
  • Waschmaschine während des Betriebs
  • alte oder beschädigte Geräte

Strom sparen im Alltag – einfache Smart-Home-Ideen

Am besten starten Sie mit einer Situation, die Sie wirklich kennen. Dann bleibt die Technik überschaubar und Sie merken schnell, ob sie Ihnen im Alltag hilft.

Dekolicht begrenzen

Die Fensterbeleuchtung läuft zum Beispiel von 17 bis 22 Uhr und schaltet danach automatisch ab.

Wohnzimmerlampe ausschalten

Die Stehlampe geht um 23 Uhr aus, auch wenn man beim Fernsehen eingeschlafen ist.

Von unterwegs kontrollieren

Beim Spaziergang fällt Ihnen ein, dass noch Licht brennt. Mit der App können Sie es ausschalten.

Fernsehecke zuerst messen

Prüfen Sie den Standby-Verbrauch. Erst danach entscheiden Sie, ob eine schaltbare Steckdosenleiste sinnvoll ist und ob Aufnahmen oder Updates dadurch beeinträchtigt würden.

Gartenbeleuchtung zeitlich begrenzen

Die Beleuchtung läuft am Abend nur so lange, wie sie tatsächlich gebraucht wird.

Erst messen, dann entscheiden

Ein Gerät wird eine Woche lang gemessen. Danach entscheiden Sie anhand echter Zahlen.

Mit Smart Home Stromverbrauch reduzieren – Schritt für Schritt

1
Ein Gerät auswählen

Starten Sie mit einem Gerät, das häufig unnötig läuft, zum Beispiel einer Stehlampe oder Dekobeleuchtung.

2
Verbrauch prüfen

Nutzen Sie ein Strommessgerät oder eine smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung. Prüfen Sie auch den Standby-Verbrauch.

3
Sinn der Abschaltung prüfen

Fragen Sie sich: Läuft das Gerät oft unnötig? Lässt es sich gefahrlos abschalten? Ist die Ersparnis größer als der Eigenverbrauch der Steckdose?

4
Zeitplan einrichten

Legen Sie feste Zeiten fest. Mehr dazu im Beitrag Zeitschaltungen erstellen.

5
Ein paar Tage beobachten

Passt die Uhrzeit? Funktioniert die Schaltung zuverlässig? Fühlt sich die Lösung im Alltag angenehm an?

Sicherheitsregeln beim Stromsparen

Smarte Steckdosen sind praktisch. Trotzdem bleibt Strom ein Thema, bei dem Sicherheit wichtiger ist als jede kleine Ersparnis. Schließen Sie keine beschädigten oder sehr alten Geräte an. Automatisieren Sie keine Geräte mit Hitzeentwicklung. Achten Sie auf die maximale Belastbarkeit der Steckdose. Sie steht meist in Watt oder Ampere in der Produktbeschreibung.

Für den Außenbereich brauchen Sie ausdrücklich dafür geeignete Geräte. Eine normale Innensteckdose gehört nicht in den Garten, auch wenn sie kurzfristig zu funktionieren scheint.

Sicherheit geht immer vor

Ein kleiner Stromfresser ist ärgerlich. Ein unsicher angeschlossenes Gerät ist gefährlich. Bei Heizgeräten, alten Geräten oder Feuchtigkeit lieber verzichten.

Häufige Fehler und einfache Lösungen

Zu viele Geräte auf einmalBeginnen Sie mit einem Gerät, das Sie gut kennen.
Eigenverbrauch vergessenSmarte Steckdosen nur dort einsetzen, wo sie wirklich etwas bewirken.
Ausschaltzeit vergessenImmer prüfen, ob Ein- und Ausschaltzeit richtig gesetzt sind.
Ungeeignetes Gerät angeschlossenFür den Einstieg Lampen und kleine Geräte ohne Hitzerisiko nutzen.
Verbindung instabilPrüfen Sie zuerst, welchen Funkstandard das Gerät nutzt. Nur bei WLAN-Modellen ist die Router-Reichweite die typische Ursache. Mehr dazu: WLAN-Probleme lösen.
Zu viele AppsMöglichst ein System verwenden, das mehrere Geräte in einer App zusammenfasst.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • unnötige Laufzeiten werden leichter vermieden
  • Verbrauch wird sichtbar
  • Geräte können automatisch abschalten
  • Kontrolle ist auch von unterwegs möglich
  • weniger Vergessen im Alltag

Nachteile

  • smarte Geräte haben eigenen Stromverbrauch
  • eine App ist meist nötig
  • nicht jedes Gerät ist geeignet
  • Sicherheitsregeln müssen beachtet werden
  • zu viele Regeln können unübersichtlich werden

Fazit

Smart Home kann beim Stromsparen helfen, wenn es gezielt eingesetzt wird. Besonders sinnvoll ist es bei Geräten, die regelmäßig unnötig laufen: Dekolicht, Stehlampen, Fernsehzubehör, Drucker oder Gartenbeleuchtung.

  • Erst messen, dann entscheiden.
  • Mit einem Gerät und einer einfachen Zeitschaltung starten.
  • Keine riskanten Geräte automatisch schalten.

Das könnte Sie auch interessieren

  1. Zeiten automatisch festlegen: Zeitschaltungen erstellen.
  2. Kleine Geräte bequem steuern: Smarte Steckdosen.
  3. Geräte von unterwegs kontrollieren: Fernsteuerung im Smart Home.

Häufig gestellte Fragen

Kann man mit Smart Home wirklich Strom sparen?
Ja, das ist möglich. Smart Home spart aber nicht automatisch. Es hilft vor allem dabei, Geräte gezielter zu steuern, unnötige Laufzeiten zu vermeiden und den Verbrauch besser zu erkennen.
Was sind typische Stromfresser im Haushalt?
Typische Kandidaten sind ältere Fernseher und Receiver, Drucker im Ruhezustand, Computerzubehör, Dekobeleuchtung und Geräte im Standby-Modus. Am besten wird der Verbrauch gemessen.
Wie hilft eine smarte Steckdose beim Stromsparen?
Eine smarte Steckdose kann Geräte per App oder Zeitplan ein- und ausschalten. Manche Modelle messen zusätzlich den Stromverbrauch.
Verbrauchen smarte Steckdosen selbst Strom?
Ja, smarte Steckdosen haben einen eigenen kleinen Stromverbrauch. Deshalb sollte man sie gezielt dort einsetzen, wo sie mehr unnötigen Verbrauch vermeiden, als sie selbst benötigen.
Kann ich jedes Gerät einfach abschalten?
Nein. Kühlschrank, Gefrierschrank, medizinische Geräte, Heizlüfter oder alte Geräte sollten nicht automatisch abgeschaltet werden. Für den Anfang sind Lampen und kleine Geräte ohne Hitzerisiko am besten geeignet.
Wie fange ich am besten an?
Starten Sie mit einem Gerät, das oft unnötig läuft, zum Beispiel einer Stehlampe oder Dekobeleuchtung. Richten Sie eine smarte Steckdose ein und testen Sie die Funktion einige Tage lang.
FD
Friedhelm Deussner Gründer von Digital ab 60

Friedhelm erklärt digitale Themen verständlich und ohne Fachchinesisch, speziell für Menschen ab 60.

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